Letztes Update am Di, 08.12.2015 13:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Französische Zentralbank senkt wegen Anschlägen Wachstumsprognose



Paris (APA/AFP) - Die Anschläge von Paris drücken offenbar das französische Wirtschaftswachstum. Die Zentralbank des Landes senkte am Dienstag ihre Wachstumsprognose für das letzte Quartal des Jahres von 0,4 Prozent auf 0,3 Prozent. Ein Zentralbank-Sprecher begründete dies mit den Auswirkungen der Anschläge vom 13. November. Die Anschlagsserie ließ auch den Umsatz der Fluggesellschaft Air France-KLM schrumpfen.

Die „Aktivität im Dienstleistungssektor“ sei im November langsamer gewachsen als in den vorhergehenden Monaten, erklärte die Banque de France. Betroffen seien unter anderem Hotels und Restaurants sowie Erholungsangebote. „Den Unternehmenschefs zufolge wird die Aktivität im Dezember in den meisten Sektoren wieder zunehmen.“ Der Zentralbank-Sprecher bezeichnete die Auswirkungen der Anschläge als „begrenzt“. Die Prognose für das gesamte Jahr 2015 ließ die Zentralbank unverändert bei 1,2 Prozent.

Bereits in der Woche nach den Anschlägen mit 130 Toten hatte das französische Finanzministerium in einem internen Dokument geschätzt, die Attentate könnten das Wachstum in den letzten drei Monaten des Jahres um 0,1 Prozentpunkte drücken. Das entspricht rund 500 Mio. Euro. Der Wirtschaftsexperte Eric Heyer bezeichnete das Absenken der Konjunkturprognose um 0,1 Punkte am Dienstag als „vernünftig“. „Die makroökonomischen Auswirkungen solcher Ereignisse sind begrenzt.“

Schwerbewaffnete Angreifer hatten am 13. November die Pariser Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants und die Fußballarena Stade de France attackiert. Sie töteten beim schlimmsten Anschlag in der Geschichte Frankreichs 130 Menschen und verletzten rund 350 weitere.

Air France-KLM erklärte am Dienstag, in den Tagen nach den Anschlägen seien deutlich weniger Menschen von und nach Paris geflogen. Die negativen Folgen der Anschläge auf die Bilanz des Monats November beliefen sich demnach auf rund 50 Mio. Euro. Die Buchungszahlen erholten sich langsam.

Im Frachtgeschäft der Fluggesellschaft sank der Umsatz in November um mehr als elf Prozent, wie Air France-KLM weiter mitteilte. Grund seien vor allem die verschärften Sicherheitsmaßnahmen auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle nach den Anschlägen gewesen.




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