Letztes Update am Di, 08.12.2015 14:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Audienz im Vatileaks 2-Prozess voraussichtlich erst 2016



Vatikanstadt (APA) - Der Prozess gegen fünf Personen wegen unerlaubter Veröffentlichung vertraulicher Dokumente über finanzielle Missstände im Vatikan, der am Montag erneut vertagt worden ist, zieht sich hin. Medienberichten zufolge könnte das Verfahren erst im neuen Jahr fortgesetzt werden.

Der Vatikan sei wegen der Kritik besorgt, der Verteidigung ungenügend Zeit zu geben, das Anklagedossier zu vertiefen. Daher habe man beschlossen, das Verfahren erst im kommenden Jahr fortzusetzen. Ursprünglich war von einem Urteil vor dem Beginn des Jubiläumsjahres am heutigen Dienstag die Rede.

Mehrere Zeugen sollen von der Verteidigung vorgeladen werden. Der Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi forderte, dass der Ex-Chefredakteur der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“, Paolo Mieli, vom Gericht befragt werde. Das Gericht beschloss, neben Mieli auch den vatikanischen Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, den Präsidenten der für die Vatikanbank IOR zuständige Kommission, Kardinal Santos Abril y Castello, sowie den päpstlichen Almosenmeister Konrad Krajewski als Zeugen zuzulassen, wie es die angeklagte PR-Agentin Francesca Chaouqui gefordert hatte.

Angeklagt sind im Prozess der vatikanische Geistliche Lucio Angel Vallejo Balda sowie sein Mitarbeiter Nicola Maio, Chaouqui und die zwei italienischen Journalisten Nuzzi und Emiliano Fittipaldi. Beide veröffentlichten jüngst Enthüllungsbücher über die vatikanischen Finanzen. Den Angeklagten droht bis zu acht Jahren Haft.

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Das Gericht lehnte einen Einspruch Chaouqis ab, wonach die vatikanische Justiz nicht zuständig sei, weil die in Rede stehenden Vorgänge sich auf italienischem Staatsgebiet abgespielt hätten. Die Angeklagte hatte zudem darauf verweisen, dass sie sich als „politischer Flüchtling“ in Italien aufhalte. Die Richter wiesen ebenso einen Antrag des Verteidigers von Vallejo Balda zurück, der ein psychologisches Gutachten über seinen Mandanten gefordert hatte. Zulässig seien nur psychiatrische Gutachten.




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