Letztes Update am Di, 08.12.2015 15:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die wichtigsten Stationen im VW-Abgasskandal



Wolfsburg (APA/Reuters) - Seit Mitte September steht die deutsche Autoindustrie unter dem Schock des Skandals um geschönte Diesel-Abgaswerte bei Volkswagen. Ingenieure des Konzerns haben eine Software entwickelt, die eine Prüfsituation erkennt und die Abgasemissionen nach unten regelt. Nachfolgend wichtige Stationen der kurz „Dieselgate“ genannten Affäre:

21. August - Volkswagen gibt informell, am Rande einer Umweltkonferenz in Kalifornien, im Gespräch mit Vertretern der US-Umweltbehörden erstmals Manipulationen an Diesel-Motoren zu - so berichten es Insider.

18. September - Die US-Umweltbehörde macht das Geständnis öffentlich: Volkswagen habe vorsätzlich Abgasvorschriften bei rund 500.000 Diesel-Fahrzeugen umgangen. Das könne eine Strafe von bis zu 18 Mrd. Dollar (16,65 Mrd. Euro) nach sich ziehen.

20. September - VW räumt die Abgasmanipulationen nun auch öffentlich ein und kündigt eine externe Untersuchung an.

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21. September - Die VW-Aktie stürzt um fast 20 Prozent ab, der Autokonzern verliert mehr als 12 Mrd. Euro an Börsenwert. Der damalige VW-Chef Martin Winterkorn gerät unter Druck. Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt will alle VW-Diesel-Modelle überprüfen lassen.

22. September - VW legt wegen der Abgas-Affäre 6,5 Mrd. Euro zurück und kassiert seine Gewinnziele für 2015.

23. September - VW-Chef Winterkorn tritt zurück. Der Konzern erklärt, weltweit könnten elf Millionen Dieselfahrzeuge von den Manipulationen betroffen sein.

25. September - Der VW-Aufsichtsrat bestellt Porsche-Chef Matthias Müller zum neuen Konzernchef. Ein ganzes Personalkarussell kommt in Gang.

6. Oktober - Müller spricht erstmals vor der Belegschaft. Der Sparkurs werde verschärft und alle Investitionen auf den Prüfstand gestellt. „Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“, betont Müller.

7. Oktober - Der Aufsichtsrat wählt den früheren VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch zum Nachfolger des zurückgetretenen Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech.

9. Oktober - VW-US-Chef Michael Horn sagt bei einer Anhörung im US-Kongress, er habe schon im Frühjahr 2014 von möglichen Verstößen gewusst. Die Manipulation von Abgaswerten sei ihm erst Anfang September 2015 bekanntgeworden.

14. Oktober - VW verliert einen Hoffnungsträger: Der designierte Nordamerika-Chef von VW, Skoda-Chef Winfried Vahland, verlässt kurz vor seinem Amtsantritt den Konzern. Grund sind unterschiedliche Auffassungen über die US-Strategie.

15. Oktober - Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet den Rückruf von 2,4 Millionen VW-Fahrzeugen in Deutschland an, dieser soll Anfang 2016 starten.

28. Oktober - VW verbucht erstmals seit mindestens 15 Jahren einen Quartalsverlust. Wegen der milliardenschweren Rückstellungen für den Abgasskandal weist der Konzern im dritten Quartal einen Betriebsverlust von rund 3,5 Mrd. Euro aus.

2. November - Die US-Umweltbehörde wirft VW vor, auch bei Drei-Liter-Motoren die Software manipuliert zu haben. VW bestreitet das.

3. November - VW gibt zu, bei der Typ-Zulassung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2-Werte und damit auch falsche Verbrauchsangaben angegeben zu haben. Davon sollen rund 800.000 Fahrzeuge betroffen sein. Die wirtschaftlichen Risiken bezifferte der Konzern mit rund 2 Mrd. Euro.

11. November - Das KBA hat auffällige Abgaswerten bei Dieselautos mehrerer Hersteller gefunden, nennt aber keine Details.

20. November - VW plant für 2016 mit 12 Mrd. Euro eine Milliarde Euro weniger Investitionen als bisher im Jahresschnitt. „Wir werden nicht den Fehler machen und uns um unsere Zukunft sparen“, sagt Konzernchef Müller.

23. November - VW-Chef Müller erklärt, der finanzielle Aufwand für die technische Nachrüstung der betroffenen Diesel-Pkw sei überschaubar.

25. November - Der Autobauer präsentiert in Wolfsburg die technischen Lösungen zum Beheben der Manipulation: Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sollen mit einem Strömungsgleichrichter, einem Plastikrohr, sauber werden. Bei größeren Motoren genügt ein Software-Update.

30. November - Die Amnestieregelung endet, nach der Mitarbeiter sich zum Abgasskandal ohne arbeitsrechtliche Sanktionen äußern können. Rund 50 Beschäftigte machten laut VW davon Gebrauch.

1. Dezember - Der November-Absatz der Kernmarke VW bricht in den USA um fast ein Viertel auf knapp 24.000 Fahrzeuge ein.

2. Dezember - VW vereinbart Insidern zufolge mit mehreren Banken einen Überbrückungskredit von 20 Mrd. Euro, um die Kosten des Abgasskandals zu stemmen.

3. Dezember - Audi-Chef Rupert Stadler muss sich im Aufsichtsrat des Premiumherstellers für die Software-Manipulation beim von Audi entwickelten Sechszylinder-Motor rechtfertigen. Audi trennt sich einvernehmlich von Entwicklungschef Ulrich Hackenberg.

6. Dezember - VW-Chef Müller reist zum Antrittsbesuch nach Katar zum Staatsfonds des Emirats, mit 17 Prozent drittgrößter Aktionär von VW. Katar soll sich zuvor über den starken Einfluss des Betriebsrats auf den Konzern beschwert haben, was offiziell nicht bestätigt wird.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA272 2015-12-08/15:36




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