Letztes Update am Di, 08.12.2015 17:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irakische Truppen eroberten offenbar Teil von Ramadi zurück



Ramadi (APA/AFP) - Irakische Sicherheitskräfte haben am Dienstag nach offiziellen Angaben große Teile der Stadt Ramadi von der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zurückerobert. Die Gegend Al-Tamim im Südwesten der hundert Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt liegenden Stadt sei zurückerobert worden, hieß es von offizieller Seite.

„Heute haben unsere Truppen die Gegend Al-Tamim nach einem erbitterten Kampf gegen Daesch-Kämpfer komplett befreit“, sagte der Sprecher der irakischen Anti-Terror-Einheit, Sabah al-Noamani, mit Blick auf den IS. Die IS-Kämpfer hätten „keine Chance gehabt, außer sich zu ergeben oder zu kämpfen“. „Sie wurden komplett zerstört“, sagte der Sprecher.

Der Polizeichef der Provinz Anbar, deren Hauptstadt Ramadi ist, und der Sprecher des gemeinsamen Gefechtskommandos, Yahya Rasool, bestätigten die Rückeroberung von Al-Tamim. „Die Befreiung von Al-Tamim wird stark dazu beitragen, die Befreiung der Stadt Ramadi voranzutreiben“, sagte Rasool. Die irakischen Truppen stünden bereit, ins Stadtzentrum vorzudringen.

Die irakischen Einheiten ergriffen zunächst Maßnahmen, vom IS platzierte Bomben in Al-Tamim zu entschärfen. Das Gebiet liegt am Rande eines Seitenarms des Flusses Euphrat, dahinter liegt eine weitere von Jihadisten gehaltene Gegend.

Es ist ein bedeutender Sieg für die irakischen Truppen, die seit Wochen darum kämpfen, das Gebiet rund um Ramadi zurückzuerobern. Der IS hatte die Provinzhauptstadt im Mai erobert und kontrolliert nahezu die gesamte Region Anbar. Anfang Oktober starteten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung der US-Luftwaffe einen Angriff zur Rückeroberung.

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Landstriche im Irak und im benachbarten Syrien unter seine Kontrolle gebracht. Einheimischen und ausländischen Truppen gelang es bisher nicht, die Extremisten zu besiegen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte am Dienstag, dass jahrzehntelange Waffenlieferungen aus vielen Ländern der Welt in den Irak die Ausbreitung des IS erst möglich gemacht hätten. Wegen fehlender Regulierung und Überwachung der Bestände im Irak habe der IS einen „beispiellosen Zugang zu Waffen“ gehabt. Auch bei der Eroberung von Städten wie Ramadi habe der IS viele Waffen erbeutet.




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