Letztes Update am Di, 08.12.2015 17:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahlen und Fakten zu Muslimen in den USA



Washington (APA/AFP) - Mit seiner Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime hat der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump für Empörung gesorgt. Menschen mit muslimischem Glauben machen eine kleine Minderheit in den Vereinigten Staaten aus. Untersuchungen zeigen, dass sie gut integriert sind.

WIE VIELE MUSLIME LEBEN IN DEN USA?

Eine genaue Zahl liegt nicht vor, da in der offiziellen US-Volkszählung keine Daten zur Religionszugehörigkeit erhoben werden. Nach Schätzungen des Rats für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) leben bis zu sieben Millionen Muslime in den USA. Demnach gibt es fast 2000 Moscheen, islamische Zentren und Schulen. Bedeutende muslimische Gemeinden entstanden im Großraum New York, in Los Angeles und im Detroiter Vorort Dearborn.

Das Forschungsinstitut Pew schrieb in einer im Mai veröffentlichten Studie, dass sich 0,9 Prozent aller Erwachsenen in den USA zum Islam bekennen. Das Institut rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2050 auf 2,1 Prozent steigen dürfte. Damit würde der Islam das Judentum als größte nicht-christliche Religionsgruppe in den USA ablösen. Grund sei die anhaltende Zuwanderung aus muslimischen Ländern und die höhere Geburtenrate in muslimischen Familien. Im Schnitt seien Muslime in den USA 33 Jahre alt - und damit jünger als der Durchschnitt.

WOHER SEN DIE MUSLIME IN DEN USA?

Die ersten Muslime kamen im 17. Jahrhundert als Sklaven aus Afrika, viele von ihnen wurden unter Zwang zum Christentum bekehrt. Heute sind nach Angaben des Pew-Instituts 61 Prozent der Muslime Einwanderer, weitere 17 Prozent die Kinder von Einwanderern. Ihre Wurzeln liegen in mehr als 70 Ländern. Die meisten Muslime stammen demnach aus dem asiatisch-pazifischen Raum, gefolgt von Nahost/Nordafrika und schließlich dem Afrika südlich der Sahara.

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WIE HABEN SICH MUSLIME INTEGRIERT?

Eine Pew-Studie aus dem Jahr 2011 kam zu dem Schluss, dass Muslime in den USA fest in der Mittelschicht verankert sind. Beim Einkommen und beim Bildungsstand unterscheiden sich Menschen mit muslimischem Glauben nicht wesentlich vom Rest der Bevölkerung - anders als in Europa, wo Muslime oft in sozial schwächeren Verhältnissen leben als die Mehrheitsbevölkerung.

Eine Mehrheit der befragten Muslime vertrat in der Studie die Auffassung, dass die meisten ihrer Glaubensgenossen, die in die USA ziehen, sich an die amerikanischen Gewohnheiten anpassen wollen. Nur 20 Prozent gaben demnach an, dass sich Muslime vom US-Mainstream absetzen wollen. Radikales Gedankengut sei kaum verbreitet.

Rund fünf Prozent erklärten, dass sie sehr oder teilweise mit den Ideen des Terrornetzwerks Al-Kaida sympathisieren. Dagegen empfanden 70 Prozent der befragten Muslime eine starke Ablehnung gegenüber Al-Kaida.




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