Letztes Update am Di, 08.12.2015 21:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Monsterprozess um jugoslawisches Kriegs-Massaker startet in Linz



Linz/Sarajevo (APA) - In Linz muss sich ab heute, Mittwoch, ein 48-jähriger Österreicher u.a. wegen 16-fachen Mordes und Brandstiftung vor Gericht verantworten. Er soll im Jugoslawienkrieg an einem Massaker an den Bewohnern eines serbischen Dorfes beteiligt gewesen sein. Der Mann, der nicht in U-Haft ist, bestreitet alle Vorwürfe. Mehr als 30 Zeugen sollen Licht in die Causa bringen, der Prozess dürfte Monate dauern.

Am 17. September 1992 wurde das von Serben bewohnte Dorf Serdari in der Region Kotor Varos überfallen. Täter waren vermutlich 20 bis 30 muslimische Bosniaken. Sie töteten 16 Bewohner und fackelten die Gebäude ab, auch ein Angreifer kam ums Leben. Vier mutmaßliche Haupttäter wurden 2014 in Sarajevo vor Gericht gestellt. Im Lauf dieses Verfahrens geriet auch der 48-Jährige ins Visier der Justiz. Weil der gebürtige Bosniake mittlerweile eingebürgert wurde, wird ihm in Linz der Prozess gemacht.




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