Letztes Update am Di, 08.12.2015 22:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ägyptens Staatschef fordert von Europa Engagement in Libyen



Kairo (APA/AFP) - Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi hat eine internationale Mobilisierung gefordert, um den Schmuggel von Waffen und Kämpfern aus und nach Libyen zu stoppen. Ägypten habe selbst bereits „enorme Anstrengungen“ unternommen, um seine Grenze zu Libyen zu sichern, sagte al-Sisi am Dienstag in Athen nach einem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Sich der Lage in Libyen nicht zu stellen bedeute, „neue Gefahren“ in der Region zuzulassen, sagte al-Sisi. Europa und „andere Länder, die ein Interesse an Stabilität in der Region haben“, müssten dabei helfen, den „Waffenhandel zu stoppen“ und Libyens Land- und Seegrenzen zu sichern, sagte der ägyptische Staatschef. Tsipras sicherte ihm seine Unterstützung zu und sagte, ein instabiles Ägypten dürfe nicht riskiert werden.

Im nordafrikanischen Libyen, einem Nachbarland von Ägypten, herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Am Wochenende einigten sich die verfeindeten Führungen nun offenbar auf ein politisches Abkommen und die Bildung einer Einheitsregierung.

Die Einigung erfolgte aber ohne Beisein der UNO, die ihrerseits einen eigenen Friedensplan vermittelt hat. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die zuständigen Botschafter und Sondergesandten von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, den USA sowie der EU nun den Schritt. Die Einigung vom Wochenende entstamme nur einer kleinen Gruppe und jeder Versuch, den UN-Friedensprozess auszuhebeln, werde „nicht gelingen“, hieß es am Dienstag.




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