Letztes Update am Mi, 09.12.2015 08:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tunesischer Nobelpreisträger fordert Investitionen gegen Terrorismus



Wien (APA) - Der tunesische Menschenrechtsaktivist Abdessatar Ben Moussa fordert Investitionen aus Europa und dem arabischen Raum, um dem Extermismus in seinem Land das Wasser abzugraben. „Soziale Bedürftigkeit produziert Terroristen“, so Ben Moussa, der am Donnerstag als Teil des tunesischen Dialogquartetts den Friedensnobelpreis entgegennimmt, in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ (Mittwoch).

In Tunesien ist als einzigem Land des Arabischen Frühlings nach dem Sturz der Diktatur von Präsident Ben Ali der Übergang zur Demokratie geglückt. Für ihren Beitrag dazu ehrt das Nobelkomitee vier Einrichtungen der tunesischen Zivilgesellschaft - darunter auch die Tunesische Liga für Menschenrechte.

Deren Präsident Ben Moussa betonte in dem Interview, es brauche viel stärkere Bemühungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und wirtschaftliches Engagement aus dem Ausland. Er verwies darauf, dass die Kaufkraft in Tunesien vor der Revolution größer war als heute. Die Regierung müsse Lösungen finden, könne dies aber nicht alleine schaffen, so Ben Moussa. „Ohne Investitionen wird die tunesische Demokratie fragil bleiben.“

Mehr Aufmerksamkeit des Westens fordert Ben Moussa auch für die prekäre Lage in Nahost. „Es wäre in unser aller Interesse, diesen Konflikt zu lösen, denn das würde den Extremisten viele ihrer Argumente nehmen“, sagte der tunesische Aktivist.




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