Letztes Update am Mi, 09.12.2015 10:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rektoren wählen neue Führung der Universitätenkonferenz



Wien (APA) - Die Universitätenkonferenz (uniko) wählt nach dem Ende der Amtszeit von Heinrich Schmidinger am Montag (14. Dezember) eine neue Führung. Und es sieht danach aus, dass erstmals eine Frau uniko-Präsidentin wird: Als bisher einzige haben die Rektorinnen der Technischen Universität Wien, Sabine Seidler, und der Veterinärmedizinischen Universität, Sonja Hammerschmid, offiziell ihre Kandidatur erklärt.

„Österreichs öffentliche Universitäten sind ein wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Faktor, werden in dieser Rolle jedoch aus verschiedenen Gründen nur unzureichend wahrgenommen. Um dem entgegen zu treten, muss sich die uniko als ‚Stimme der Universitäten‘ dazu entwickeln, in allen wichtigen bildungs- und forschungspolitischen Themen gefragt und natürlich auch gehört zu werden. Mit Gestaltungswillen, Durchsetzungskraft, Konsequenz und Innovation möchte ich dies erreichen und stelle mich der Wahl zur Präsidentin“, so Seidler in einem der APA übermittelten Statement. Auch Hammerschmid werde kandidieren, hieß es auf APA-Anfrage. Die Vetmed-Rektorin war bereits bei der letzten Wahl gegen Schmidinger, der sich nach zwei Amtszeiten nun zurückzieht, angetreten.

Eine Frau als uniko-Chefin würde aufgrund der aktuellen Geschlechterverhältnisse in den Rektoraten auch nicht überraschen: Mittlerweile sind acht der 21 Rektoren Frauen. Aufgrund des Wahlmodus ist die Kür einer der beiden Kandidatinnen zwar wahrscheinlich, aber noch nicht fix.

Für die Funktion ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Treten mehrere Kandidaten zur Wahl an und erreicht niemand dieses Quorum, wird über den stimmenstärksten Bewerber erneut abgestimmt. So soll sichergestellt werden, dass eine breite Mehrheit hinter diesem steht.

Deshalb stehen am Wahltag auch noch etwaigen Überraschungskandidaten die Türen offen. Im Prinzip muss eine Kandidatur erst vor dem Wahlgang verkündet werden. Das kann etwa vor allem dann eine Rolle spielen, wenn kein Kandidat eine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande bringt.

Die Wahl zum uniko-Chef hat dabei einige Traditionen: Einerseits kommt der Präsident stets von einer der 15 wissenschaftlichen Unis, der Vizepräsident (derzeit Gerald Bast/Angewandte) von einer der sechs Kunstunis. Außerdem werden Neo-Rektoren im Regelfall nicht gleich uniko-Chef: Einerseits sollen sie sich zunächst an „ihrer“ Uni einarbeiten, andererseits sind sie für ihre uniko-Kollegen oft noch nicht einschätzbar. Erster Favorit ist außerdem immer der Rektor der Uni Wien - Amtsinhaber Heinz Engl hat bisher allerdings stets abgewunken.

Grundsätzlich ist der Job des uniko-Chefs nicht unbedingt dankbar. Er muss die oft widerstrebenden Anliegen der Unis austarieren und diese dann gegenüber dem Wissenschaftsministerium bzw. in der Öffentlichkeit vertreten. Dabei kommt ihm keine Weisungsfunktion zu, er ist lediglich „primus inter pares“. Anlässlich seines Abschieds konstatierte Schmidinger auch: „Es ist schwieriger geworden, Solidarität zwischen uns herzustellen. Wenn wir mit einer Stimme sprechen würden, wären wir auch stärker.“

Derzeit besteht das uniko-Präsidium aus Schmidinger, Bast, Hammerschmid, Seidler, Engl und Christa Neuper (Uni Graz). Die Universitätenkonferenz ist als Verein organisiert.

(AVISO: Bilder von Sonja Hammerschmid und Sabine Seidler sind im AOM abrufbar)




Kommentieren