Letztes Update am Mi, 09.12.2015 10:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afghanistan und Pakistan wollen gemeinsam gegen Extremismus kämpfen



Islamabad/Kabul (APA/AFP) - Ungeachtet ihrer angespannten Beziehungen wollen Afghanistan und Pakistan eng im Kampf gegen Extremismus zusammenarbeiten. „Ich bekräftige ausdrücklich unserer Ziel eines dauerhaften und gerechten Friedens, in dem alle bewaffneten Bewegungen sich in politische Parteien umwandeln und sich legitim am politischen Prozess beteiligen“, sagte der afghanische Präsident Ashraf Ghani.

Ghani eröffnete am Mittwoch in Islambad gemeinsam mit dem pakistanischen Premierminister Nawaz Sharif eine Konferenz zum Kampf gegen Extremismus. Sharif sagte, „Terrorismus und Extremismus“ seien der „gemeinsame Feind aller“. „Wir brauchen einen gemeinsamen Ansatz, um diese Bedrohung zu bekämpfen. „Die Feinde Afghanistans sind auch die Feinde Pakistans.“

Sharif hatte Ghani zuvor am Flughafen von Islambad mit militärischen Ehren empfangen, später am Mittwoch wollten sich die beiden zu einem Gespräch treffen. Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern sind seit langem angespannt. Kabul beschuldigt Pakistan, die Taliban als Mittel im Kampf um Einfluss in Afghanistan zu nutzen. Die afghanische Regierung wirft Islamabad insbesondere vor, den Aufständischen Ende September bei der Eroberung der nordafghanischen Stadt Kunduz geholfen zu haben.

Ghanis Besuch in Pakistan erfolgte wenige Stunden, nachdem Taliban-Kämpfer den Flughafen der südafghanischen Provinzhauptstadt Kandahar gestürmt hatten. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens acht Menschen getötet.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete Ghanis Besuch im Nachbarland trotz der Ereignisse in Kandahar als „sehr gutes Zeichen“. „Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass Ghani sich darüber bewusst ist, wie wichtig bei der Bekämpfung des Terrors auch der begleitende politische Prozess unter Einbeziehung der Nachbarn ist und wie groß sein Wille und seine Entschlossenheit ist, diesen Weg auch zu gehen“, sagte von der Leyen in Islamabad.

Auch die indische Außenministerin Sushma Suraj nahm an der Konferenz in Islamabad teil. Sie ist die ranghöchste Politikerin ihres Landes, die seit 2012 Pakistan besucht. Suraj sagte, sie sei „mit einer Botschaft für bessere Beziehungen“ gekommen. Zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan herrschen seit Jahrzehnten Spannungen.




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