Letztes Update am Mi, 09.12.2015 11:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NSU-Prozess: Zschäpe bestreitet Beteiligung an NSU-Morden



München (APA/dpa/AFP) - Die mutmaßliche deutsche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe hat bestritten, an den zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen beteiligt gewesen zu sein, die die Bundesanwaltschaft der Terrorgruppe NSU vorwirft. Die Hauptangeklagte im deutschen NSU-Prozess will jeweils erst im Nachhinein von den Taten ihrer Freunde Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erfahren haben.

Das geht aus Zschäpes Aussage hervor, die ihr Anwalt Mathias Grasel am Mittwoch im NSU-Prozess in München verlas. Vorher hätten sie Böhnhardt und Mundlos nicht informiert. Als sie davon erfahren habe, sei sie sprachlos und fassungslos gewesen.

Zschäpe muss sich vor dem Oberlandesgericht München als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen verantworten, die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) angelastet werden. Darunter sind neun rassistisch motivierte Morde an Geschäftsleuten mit ausländischem Hintergrund und der Mord an einer Polizistin. Hinzu kommen zwei Bombenanschläge in Köln mit zusammen mehr als 20 Verletzten. Mundlos und Böhnhardt starben 2011 nach einem Banküberfall.




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