Letztes Update am Mi, 09.12.2015 11:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Chailly will „vergessene“ Verdi-Opern wieder an die Scala bringen



Mailand (APA) - Nach dem Riesenerfolg der Saisoneröffnung mit „Giovanna d ?Arco“ will Musikdirektor Riccardo Chailly „vergessene“ Opern von Giuseppe Verdi an die Scala zurückbringen. „Ich schätze den frühen Verdi sehr. Ich würde gern wieder Werke wie ‚Alzira‘ und ‚Stiffelio‘ aufführen, die absolut nicht zweitrangig sind“, sagte er im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Mittwoch.

Chailly hegt weitere Projekte. „Es gibt ein enormes italienisches Erbe aus dem Zeitraum zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, dem ich mich in den nächsten Jahren gern widmen würde. Der italienische Musik-Verismus umfasst großartige Autoren, die in Vergessenheit geraten sind. ‚La cena delle beffe‘ von Umberto Giordano, das die Scala in dieser Saison plant, ist ein erster Schritt in diese Richtung“, kommentierte Chailly.

„Die Hälfte des Programms soll aus italienischem Repertoire, der Rest aus internationalen und zeitgenössischen Werken bestehen. Die Scala ist ein Schaufenster unserer großartigen Musik und es ist richtig, unsere Identität in den Vordergrund zu stellen. Dank der Medien und der RAI-Übertragung ist ‚Giovanna d ?Arco‘ überall gesehen worden. Die Welt hat eine neue Verdi-Oper entdeckt“, meinte der Dirigent.

Der Erfolg der „Giovanna d ?Arco“ sei ein Sieg der Scala.“Nur mit Teamarbeit entsteht ein Erfolg wie jener der Premiere. Entscheidend ist die Kohäsion des gesamten Theaters, der kollektive Enthusiasmus, die Bravour der Sänger und des Chors, der leidenschaftliche Einsatz der Mitarbeiter. Die ganze Scala hat ihr Bestes gegeben“, so der Maestro. Besonderes Lob erntete die russische Sopranistin Anna Netrebko in der Rolle der Giovanna. „Anna war außerordentlich. Eine wahre Löwin, auch in dieser Version der Oper, ohne Kürzungen. Sie hat das Doppelte an Stimmleistung erfordert“, sagte Chailly.




Kommentieren