Letztes Update am Mi, 09.12.2015 11:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die Namen des Horrors von Paris



Paris (APA/AFP) - Knapp einen Monat nach den Anschlägen von Paris ist ein weiterer der Selbstmordattentäter identifiziert worden. Die meisten der Angreifer des 13. November sind inzwischen bekannt. Ein Überblick:

Attacken auf Bars und Restaurants:

- Abdelhamid Abaaoud, 28 Jahre, tot

Der belgisch-marokkanische Islamist gilt als Drahtzieher der Anschläge. DNA-Spuren auf einer Kalaschnikow legen zudem nahe, dass er sich an den Anschlägen am 13. November beteiligte. Nach den Angriffen auf Bars und Restaurants soll er sich zur Konzerthalle Bataclan begeben haben - noch während dort ein Polizeieinsatz gegen die Geiselnehmer lief. Abaaoud wurde fünf Tage nach den Anschlägen bei der Erstürmung einer Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis durch die Polizei getötet.

- Brahim Abdeslam, 31 Jahre, tot

Der Franzose, der zuletzt im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek lebte, soll dem gleichen Kommando angehört haben, das in einem von ihm in Belgien gemieteten schwarzen Seat unterwegs war. Er sprengte sich anschließend in einem Café am Boulevard Voltaire in die Luft und verletzte dort einen Menschen schwer.

- Unbekannt, tot

DNA-Spuren legen nahe, dass der dritte Angreifer dieses Kommandos jener Mann war, der zusammen mit Abaaoud in Saint-Denis starb. Er ließ bei der Polizeiaktion einen Sprengstoffgürtel detonieren. Er soll zudem mit Abaaoud einen Selbstmordanschlag auf das Pariser Büroviertel La Defense geplant haben.

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Angriff auf Konzerthalle Bataclan:

- Samy Amimour, 28 Jahre, tot

Gegen den im Pariser Vorort Drancy aufgewachsenen ehemaligen Busfahrer wurde 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Er entzog sich im Herbst 2013 einer richterlichen Überwachung und reiste nach Syrien.

- Omar Ismail Mostefai, 29 Jahre, tot

Der im Pariser Vorort Courcouronnes geborene Kleinkriminelle mit langem Vorstrafenregister fiel den Sicherheitsbehörden 2010 wegen seiner islamistischen Radikalisierung auf. Auch Mostefai hielt sich länger in Syrien auf.

Foued Mohamed Aggad, 23, tot

Sein Leichnam wurde Ende vergangener Woche identifiziert, wie am Mittwoch bekannt wurde. Der Jihadist aus dem Straßburger Problemviertel Meinau flog laut Polizeiangaben Ende 2013 mit seinem Bruder und einigen Freunden vom Frankfurter Flughafen aus in die Türkei und reiste dann nach Syrien weiter. Zwei der Männer starben in dem Bürgerkriegsland, andere wurden bei ihrer Rückkehr nach Frankreich 2014 festgenommen. Aggad blieb zunächst noch in Syrien.

Attacken auf Fußballarena Stade de France:

- Bilal Hadfi, 20 Jahre, tot

Der Franzose lebte zuletzt in Belgien und soll in der Vergangenheit in Syrien gewesen sein. Am Anschlagsabend telefonierte er mit Abaaoud.

- Unbekannt, tot

Der Selbstmordattentäter wurde Anfang Oktober auf der griechischen Insel Leros als Flüchtling registriert. Bei seiner Leiche wurde ein syrischer Pass auf den Namen Ahmad al-Mohammad gefunden. Die Identität passt allerdings zu einem syrischen Soldaten, der bereits vor mehreren Monaten getötet wurde.

- Unbekannt, tot

Auch der dritte Selbstmordattentäter beim Stade de France wurde Anfang Oktober auf Leros registriert. Er zeigte dabei einen auf den Namen Mohammad al-Mahmod ausgestellten syrischen Pass. Die Polizei hat Fotos der beiden Männer veröffentlicht und bittet die Bevölkerung um Hinweise - bisher aber ohne Erfolg.

- Salah Abdeslam, 26 Jahre, gesucht

Der Bruder eines der Selbstmordattentäter wird unter Hochdruck gesucht, seine genaue Rolle bei den Anschlägen ist aber noch unklar. Während zunächst vermutet wurde, dass er sich direkt an den Angriffen beteiligte, gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass er die Stade-de-France-Angreifer mit einem Renault Clio zum Stadion fuhr. Ein im Pariser Vorort Montrouge gefundener Sprengstoffgürtel gehörte vermutlich ihm. Er floh am Tag nach den Anschlägen offenbar mithilfe von Komplizen nach Belgien. Im September war er in Österreich, wo er bei einer Polizeikontrolle registriert wurde.




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