Letztes Update am Mi, 09.12.2015 12:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von der Leyen: Pakistan hat Schlüsselrolle bei Bekämpfung des Terrors



Islamabad (APA/Reuters) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat in Islamabad Pakistans Bemühungen gelobt, die radikal-islamischen Taliban und andere Gruppierungen in der Region zurückzudrängen. „Es ist auffallend, dass Pakistan sich seiner Schlüsselrolle sehr bewusst ist, die es innehat bei der Bekämpfung des Terrors - nicht nur im eigenen Land, sondern auch zur afghanischen Grenze hin.“

Das Militär habe in dieser Zeit 3.400 Extremisten unterschiedlicher Gruppen getötet und über 250 Tonnen Sprengstoff sowie gut 18.000 Waffen sichergestellt, sagte der Sprecher der Armee, General Asim Saleem Bajwa. Teils seien Bomben-Bauteile wie Zünder in regelrechten Supermärkten verkauft worden. An der Grenze zu Afghanistan hätten die Behörden nun Kontrollstellen eingerichtet. Ganz werde sich die 2.600 Kilometer lange Grenze quer durch das Hochgebirge des Hindukusch allerdings nicht abriegeln lassen. Auch während des Militäreinsatzes seien Kämpfer nach Afghanistan ausgewichen, obwohl Pakistan den Nachbarn rechtzeitig über die geplante Operation informiert habe.

Der militärische Teil des Einsatzes sei inzwischen weitgehend abgeschlossen. „Wir nähern uns dem Ende“, sagte Asim, der über Teile der Operation selbst das Kommando führte. Das Militär habe Stabilität geschaffen, nun gehe es darum, einen dauerhaften Frieden hinzubekommen. Daher würden in Waziristan derzeit Schulen, Hospitäler und 700 Kilometer Straße gebaut, um den Menschen Zugang zu Märkten zu verschaffen und eine Verbindung nach Afghanistan. Die Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan stammt aus der Kolonialzeit und durchschneidet willkürlich alte Stammesgebiete.

Die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan sind sehr gespannt. Afghanistan wirft seinem Nachbarstaat vor, die Taliban zu unterstützen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, wonach Teile des pakistanischen Geheimdienstes den Taliban unter die Arme griffen. Eine Aussöhnung der Regierung in Kabul mit den gemäßigten Taliban gilt aber als Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden am Hindukusch.

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