Letztes Update am Mi, 09.12.2015 12:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich im Minus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zu Mittag einheitlich mit Kursverlusten tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 0,65 Prozent auf 3.276,13 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 10.608,83 Punkten und minus 0,61 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 0,28 Prozent und steht nun bei 6.117,80 Stellen.

Die schwächelnden asiatischen Börsen haben Europas Aktienkurse zur Wochenmitte in Mitleidenschaft gezogen und nach verhaltenem Beginn einheitlich ins Minus drehen lassen. Hier wie dort fielen die Verluste aber bis dato moderater aus als am Vortag. Zusätzlich belastete der weiter anziehende Euro, der die Produkte europäischer Unternehmen für Käufer außerhalb des Währungsraums verteuert.

Im Branchenvergleich gab es kaum Gewinner. Am besten hielt sich im marktbreiten Stoxx Europe-600 der Index der Autobauer. Schlusslicht in der Übersicht war hingegen der Rohstoffwerte-Index, der seine Talfahrt ungebremst fortsetzte und auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2009 rutschte.

In London sackten die Aktien von Anglo American um weitere 7,5 Prozent ab und markierten ein Rekordtief. Bereits am Vortag hatte der britisch-südafrikanische Bergbaukonzern die Anleger mit der Streichung der Dividende und gekürzten Investitionsplänen geschockt.

Beim Stahlkonzern ArcelorMittal belastete neben der negativen Branchenstimmung eine Abstufung durch die australische Investmentbank Macquarie: Die Titel verbilligten sich um rund 3,6 Prozent. Dass sich die britische Barclays Bank in einer Branchenstudie negativ zu Schneider Electric äußerte, ließ die Aktien des Elektrokonzerns um 1,4 Prozent sinken.

Dagegen präsentierten sich die Papiere von Novo Nordisk mit zuletzt minus 0,15 Prozent nur wenig verändert. Der Insulinhersteller stellte in den USA einen Antrag auf die Zulassung des besonders schnell wirkenden Wirkstoffs Insulin Aspart.

In Frankfurt büßten die Aktien von Bayer 2,37 Prozent ein. Der Chemie- und Pharmakonzern ist ins Visier der Arzneimittelbehörden geraten. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigte auf Anfrage eine Prüfung durch die europäische Zulassungsbehörde EMA. Dabei gehe es darum, ob es bei einer 2010 abgeschlossenen Zulassungsstudie für den Gerinnungshemmer Xarelto zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über entsprechende Prüfungen in Europa und den USA berichtet.

Klar nach oben drehten hingegen VW Vorzüge und lagen zu Mittag 4,35 Prozent im Plus. Für Erleichterung sorgte ein Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ im Zuge des Skandals um manipulierte Abgaswerte. Dem FAZ-Bericht zufolge sind statt der im Raum stehenden 800.000 Fahrzeuge nach abermaliger Prüfung nur noch weniger als 40.000 Autos von zu niedrigen Angaben bei den CO2-Werten betroffen. Der vom Konzern Anfang November auf bis zu 2 Milliarden Euro taxierte Schaden werde nun offenbar viel geringer ausfallen, so das Blatt.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA236 2015-12-09/12:17




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