Letztes Update am Mi, 09.12.2015 12:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Aufsicht - Niedrigzinsen größtes Problem für Versicherer



Frankfurt (APA/Reuters) - Die anhaltende Phase niedrigster Zinsen bleibt für die europäischen Versicherer nach Ansicht ihrer Aufsichtsbehörde das größte Problem. Das geht aus dem halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht der EIOPA hervor, der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Vor allem die Lebensversicherer liefen Gefahr, sich bei der Neuanlage der Gelder ihrer Kunden mit geringeren Renditen begnügen zu müssen. „Das gegenwärtige Niedrigzinsumfeld übt Druck auf die Rentabilität der Unternehmen aus und zwingt sie zu einer ‚Jagd nach Rendite‘“, hieß es in dem Bericht.

Die größte Sorge der Regulierer ist weiterhin ein Szenario, in dem die Versicherer doppelt getroffen würden, indem gleichzeitig die Vermögenswerte an Wert verlieren und ihre Verpflichtungen zunähmen. Das hätte „schwere negative Folgen“ sowohl für die Versicherer und Rückversicherer als auch für die Pensionsfonds, bekräftigte die EIOPA. Sie setzt darauf, dass die zum 1. Jänner in Kraft tretenden Eigenkapitalregeln („Solvency II“) die Widerstandsfähigkeit der Branche verbessert. Dabei richtet sich die Kapitalunterlegung der Finanzanlagen der Versicherer viel stärker als bisher nach den damit verbundenen Risiken.

Die niedrigen Zinsen und das „Doppeltreffer“-Szenario stehen laut EIOPA-Chef Gabriel Bernardino auch im Mittelpunkt des im nächsten Jahr anstehenden dritten Stresstests für die Branche. „Ich bin zuversichtlich, dass die darin abgebildeten Schocks es der EIOPA und den nationalen Aufsehern ermöglichen, geeignete Maßnahmen zu treffen, um diese Schlüsselrisiken im Zaum zu halten“, sagte Bernardino.




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