Letztes Update am Mi, 09.12.2015 12:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Chemie-Industrie erwartet erst für 2016 steigende Umsätze



Frankfurt (APA/dpa) - Die deutsche Chemie-Industrie erwartet erst für das kommende Jahr wieder steigende Umsätze. 2016 sollten Produktion und Erlöse um jeweils 1,5 Prozent wachsen, erklärte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, am Mittwoch in Frankfurt.

Gründe seien der robuste Aufwärtstrend in den USA und eine gewisse wirtschaftliche Stabilisierung des europäischen Heimatmarkts. Die deutsche Wirtschaft werde weiter von niedrigen Zinsen, billigem Öl und einem schwachen Euro profitieren.

Im fast abgelaufenen Jahr 2015 erreichen die Unternehmen des drittgrößten deutschen Industriezweigs nach Einschätzung des Verbandes Erlöse von 190,8 Mrd. Euro, was exakt dem Vorjahresniveau entspricht. Der günstige Euro habe das Auslandsgeschäft vor allem nach Übersee zwar beflügelt, aber die Entwicklung in den Schwellenländern sei dennoch hinter den Erwartungen geblieben. Länder wie Russland und Brasilien drohten zu Sorgenkindern der Weltwirtschaft zu werden und andere Volkswirtschaften anzustecken, meinte Dekkers.

In Deutschland ließ die Nachfrage nach Chemie-Produkten in diesem Jahr um 1,5 Prozent nach. Mit einem Wachstum von 1,0 Prozent legte die Produktion um einen halben Prozentpunkt weniger zu als zuletzt vom VCI erwartet. Die Zahl der Jobs stieg um 0,5 Prozent auf 447.000, was sich aber nach VCI-Erwartung 2016 nicht fortsetzen werde.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Dekkers zeigte sich besorgt über die stagnierenden Forschungsaufwendungen der Unternehmen, die mit 10,4 Mrd. Euro nur sehr knapp über dem Vorjahreswert liegen. „Stagnation wird nicht reichen, um im globalen Wettbewerb mitzuhalten“, erklärte der VCI-Präsident. Die Industrie müsse viel tun, um ihre Innovationsstärke zu erhalten. Bereits seit drei Jahren investiere die deutsche Chemie im Ausland mehr Geld als im Inland.

Vor allem energieintensive Anlagen würden zunehmend außerhalb Deutschlands errichtet. „Hier machen sich die hohen Kosten der Energiewende in Deutschland unmittelbar als Standortnachteil bemerkbar“, sagte Dekkers.




Kommentieren