Letztes Update am Mi, 09.12.2015 12:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Berufsakademien sollen Lücken zwischen Lehre und Hochschule schließen



Wien (APA) - Dem österreichischen Bildungssystem fehlt es nach Ansicht der Wirtschaftskammer (WKÖ) an Durchlässigkeit von der Berufsausbildung - wie etwa der Lehre - in Richtung Hochschulbildung. Mit dem Angebot der Berufsakademien habe man 2014 eine Möglichkeit geschaffen, diese Lücke teilweise zu schließen, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der WKÖ, die die Lehrgänge weiter ausbauen möchte.

In Österreich sei die Lehre zwar „sehr angesehen“, es gebe dann aber ein „Riesenproblem“, wenn sich Berufstätige weiterbilden wollen - vor allem im Hochschulbereich, erklärte Michael Heritsch, Geschäftsführer der Fachhochschule Wien (FHWien) der Wirtschaftskammer, die die Berufsakademien in Kooperation mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) anbietet. Auf dem Weg in Richtung Zusatzqualifizierung an Hochschulen gebe es „noch immer verschiedene Hürden“. Die Möglichkeit des Einstiegs nach Absolvieren der Berufsreifeprüfung habe sich leider als „Minderheitenprogramm“ herausgestellt, wie es Heritsch ausdrückte.

Voraussetzung für die Teilnahme an den im Herbst 2014 mit zwei Lehrgängen im Bereich Handel gestarteten Berufsakademien sind daher lediglich eine abgeschlossene Berufsausbildung, einschlägige längere Berufserfahrung und ein Aufnahmegespräch. Das diesen Herbst um drei weitere Lehrgänge erweiterte Angebot richtet sich vor allem an Lehrabsolventen, die eine Höherqualifizierung auf akademischem Niveau anstreben, und bietet in zwei Semestern beispielsweise Lehrgänge zum „Akademischen Handelsmanager“ bzw. in vier Semestern zum „Master of Science (MSc) Handelsmanagement“. Die Kosten für beide Ausbildung-Jahre belaufen sich auf insgesamt ungefähr 12.000 Euro, hieß es.

Momentan befinden sich etwa 950 Teilnehmer in den Kursen. Das Gesamtpotenzial bezifferte der Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Michael Landertshammer, mit ungefähr 6.000 bis 8.000 Interessenten im Jahr. In den nächsten Jahren wolle man die Kurse daher weiter ausbauen - als Ziel schweben Landertshammer etwa 2.000 Teilnehmer jährlich vor.

Das bisherige Angebot komme jedenfalls gut an, das habe man im Zuge einer Evaluierung unter den ersten 363 Studierenden herausgefunden, erklärte Studienautor Benjamin Gruber vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft. Viele der Befragte gaben auch an, die Kurse im Hinblick auf eine etwaige Selbstständigkeit oder Betriebsübernahme zu besuchen. Die meisten waren neben den Kursen Vollzeit berufstätig, viele wurden von ihren Arbeitgebern unterstützt. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer habe tatsächlich einen Lehrabschluss vorzuweisen, jeweils mehr als ein Fünftel hat eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule abgeschlossen.

(S E R V I C E - Internet: http://go.apa.at/h3bNNR1G)

~ WEB http://wko.at ~ APA262 2015-12-09/12:37




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