Letztes Update am Mi, 09.12.2015 13:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ELGA - Politische Diskussion mit bekannten Positionen



Wien (APA) - Die politische Debatte zum Start der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) hat sich am Mittwoch entlang der bekannten Positionen bewegt. Während Krankenkassen, Gewerkschaft und Seniorenorganisationen die Vorteile betonten, bekräftigten Ärzte ihre Kritik.

Der Hausärzteverband verwies auf zahlreiche Ausfälle des Systems bei der E-Card und bezeichnete es als bedenklich, dass ELGA und E-Card untrennbar miteinander verbunden seien. „Chipkarten-Gesellschaft und ELGA-Macher arbeiten unter einem Dach. Sie sind zu 100 Prozent in Händen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger“, hieß es in einer Aussendung der Ärztekamme-Fraktion. „Es ist daher völlig verständlich, dass gerade wir Hausärzte mit E-Card-Anbindung den Versprechungen der ELGA-Macher keinen Glauben schenken. Wir kennen die Realität. Die Unfähigkeit, Störungen rasch und unbürokratisch zu beheben, ist hundertmal belegt. Wer nicht einmal das begrenzte System der E-Card störungsfrei betreiben kann, der steht beim Großprojekt ELGA vor einem unlösbaren Problem“, meinte Hausärzteverbands-Präsident Christian Euler in einer Aussendung.

Die Wiener Gebietskrankenkasse und der ÖGB betonten hingegen die Vorteile von ELGA: Befunde könnten jederzeit und von überall abgerufen werden. Unnötige Doppeluntersuchungen würden weniger, für die Patienten bedeutet dies, dass sie weniger Zeit in Ordinationen verbringen und mit geringeren Wegzeiten konfrontiert seien. Mit der ab dem Frühjahr geplanten E-Medikation könnten auch unerwünschte Wechselwirkungen bei Einnahme mehrerer Medikamente öfters vermieden werden. In Sachen Sicherheit verwiesen die WGKK und der Leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz jeweils in Aussendungen darauf, dass neben dem Bürger nur der behandelnde Arzt auf ELGA zugreifen könne. Mitarbeiter der Krankenkassen, Chef- und Betriebsärzte sowie Arbeitgeber haben keinen Zugriff.

Der SPÖ-Pensionistenverband betonte die Vorteile für die ältere Generation, für die ELGA mehr Sicherheit bedeute. Generalsekretär Andreas Wohlmuth plädierte dafür, weitere medizinischer Daten wie Impfungen, Rezepte und auch nicht verschreibungspflichtiger Medikamente zu speichern, ebenso will er Patientenverfügungen in ELGA aufnehmen.




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