Letztes Update am Mi, 09.12.2015 13:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Rom droht EU-Verfahren wegen Registrierungsproblemen



Rom/Brüssel (APA) - Wegen Engpässen bei der Registrierung und Identifizierung von Migranten in Italien will die EU-Kommission ein Verfahren gegen das Land aufnehmen. Nach Angaben der Brüssler Behörde landeten in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres 60.000 Migranten in Italien, die nicht registriert worden sind.

Vor allem bei der Abnahme von Fingerabdrücken stellte die EU-Kommission Probleme fest. Daher wolle die EU jetzt ein Verfahren gegen Italien wegen Verletzung der Regeln des Dublin III-Abkommens, berichteten italienische Medien. Dieses Abkommen sei zwar revisionsbedürftig, es sei aber noch in Kraft und müsse daher respektiert werden, verlautete aus Brüssel. Ähnliche Mängel bei der Registrierung von Migranten wurden auch in Griechenland, Malta und Kroatien festgestellt. Diesen Ländern droht jetzt ebenfalls ein Verfahren, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Der italienische Innenminister Angelino Alfano meinte, die Aufnahme eines EU-Verfahrens gegen sein Land wäre „unvernünftig“. „Für die Arbeit, die wir in Sachen Flüchtlingsaufnahme geleistet haben, verdienen wir ein großes ‚Danke‘ von der EU“, meinte Alfano.

Die Zahl der in Italien ankommenden Flüchtlinge ist heuer um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. 2014 erreichten rund 170.000 Schutzsuchende per Schiff das Mittelmeerland. Heuer waren es demnach bisher rund 150.000 Menschen.

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