Letztes Update am Mi, 09.12.2015 13:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eurac-Forscher entwickelten System für die Prognose der Wasserführung



Bozen (APA) - Forscher an der Eurac in Bozen in Südtirol haben ein System zur Berechnung der Wasserführung von Flüssen und Bächen entwickelt. Bis zu drei Monate im Voraus könnten damit Vorhersagen getroffen werden, die der Wasser- und Landwirtschaft zugutekommen, hieß es in einer Aussendung. Unter anderem werden der Wasserstand in den Staubecken und Satellitendaten zur Schneedecke in das Modell einbezogen.

Derzeit stütze man sich vor allem auf den saisonalen Mittelwert der vorangegangenen Jahre und den aktuellen Wasserstand, um voraussagen zu können, wie viel Wasser ein Fluss zu einem bestimmten Zeitpunkt führen wird, erklärte Claudia Notarnicola, stellvertretende Leiterin des Instituts für Angewandte Fernerkundung der Eurac (Europäischen Akademie) am Mittwoch. Das neuartige System hingegen berücksichtige eine ganze Reihe anderer Parameter. Daher könne es auch sehr viel genauere Vorhersagen treffen.

Ein entscheidendes Element - neben der Beobachtung der Wasserläufe des gesamten Alpenbogens - seien die Satellitendaten, die Aufschluss über die Schneedecke geben, erläuterte Notarnicola: „Um Voraussagen über die Wasserspeicher und Wasserverfügbarkeit machen zu können, müssen wir wissen, wie viel Schnee in einem Gebiet liegt und mit welcher Geschwindigkeit er schmilzt.“ Dafür greifen die Forscher auf tägliche Satellitenaufnahmen zurück.

Die Eurac-Forscher haben an der Entwicklung eines Prototyps einer Web-Applikation mitgearbeitet. Mit dieser könnten Bauern und Betreiber von Wasserkraftwerken die Wasservorräte effizienter nutzen. Nicht geeignet sei das Modell, um extreme Hochwasser vorauszusagen, räumte die Expertin ein: „Aber der Zivilschutz kann damit gezielter Notvorräte für lange Trockenperioden anlegen.“

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