Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Massaker-Prozess 3 - Angeklagter bekannte sich „nicht schuldig“



Linz/Sarajevo (APA) - Der Angeklagte hat sich „nicht schuldig“ bekannt. Vehement bestritt er, dass er jemals in der Territorialarmee gekämpft habe - weder am Tag des Massakers noch während des Krieges überhaupt. Insgesamt blieb der Angeklagte mit seinen Angaben zu Zeiten und Namen eher vage.

Der 48-Jährige schilderte, dass er nach der Volks- und Hauptschule nach Slowenien gegangen sei, um sich dort als Facharbeiter ausbilden zu lassen und zu arbeiten. Erst in den 1990er-Jahren sei er wieder zurück in seine Heimatregion Kotor Varos gekommen, über die am 11. Juni 1992 der Krieg hereinbrach, als die gleichnamige Stadt von den Serben übernommen wurde. Es folgten serbische Angriffe auf diverse kroatische und bosniakische Dörfer.

Der Angeklagte zog sich wie etliche andere in das Dorf Vecici zurück, das einzige, das noch nicht unterworfen worden war. Dort habe er sich um die Beschaffung von Nahrung gekümmert, in einem Lazarett mitgeholfen und Tote begraben, schilderte er. Er selbst will nie bewaffnet an einer Auseinandersetzung teilgenommen haben. Er habe auch nie eine Waffe besessen, nicht einmal ein Jagdgewehr. Ob er nicht Genugtuung empfunden habe, dass es mit Serdari auch einmal ein serbisches Dorf erwischt habe, wollte der Richter wissen. Antwort: „Das war nicht so interessant. Wir hatten jeden Tag Tote.“

Von dem Überfall auf Serdari will er nur über Dritte gehört haben. Dort habe er keinen gekannt, er sei auch niemals dort gewesen. Wann er mit der Schule begonnen hatte, blieb unklar. Da eine Zeugin behauptete, ihn von der Volksschule her zu kennen, könnte dieser Lebensabschnitt noch relevant werden. Er bestritt, die Frau zu kennen.

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