Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU will neue Regeln für Online-Einkäufe: BIP soll dadurch wachsen



Brüssel (APA) - Die EU-Kommission hat am Mittwoch modernere Vertragsrechtsbestimmungen für die Online-Wirtschaft vorgeschlagen. Sie sollen den Zugang zu digitalen Inhalten erleichtern und den Online-Handel in der EU fördern. Nach Angaben der EU-Kommission soll durch diese Maßnahmen das EU-BIP um 4 Mrd. Euro zunehmen. Österreichs BIP würde um ungefähr 132 Mio. Euro wachsen.

Nach Angaben der EU-Behörde wird durch den Abbau von Hindernissen im Zusammenhang mit dem Vertragsrecht der Konsum der Haushalte durch sinkende Verbraucherpreise um schätzungsweise 478 Mio. Euro zunehmen. Trotz des schnellen Wachstums von E-Commerce verkaufen nur 18 Prozent der österreichischen Einzelhändler via Internet an Verbraucher in anderen EU-Ländern. Für einen von vier österreichischen Händlern sind die Unterschiede in den nationalen Vertragsgesetzgebungen ein bedeutendes Hindernis für grenzüberschreitende Verkäufe.

Österreichische Verbraucher vermissen die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Produktauswahl und besserer Preise. So kaufen nur 40 Prozent der Österreicher online aus anderen EU-Ländern. Mangelndes Vertrauen spielt dabei eine Schlüsselrolle: Nur 43 Prozent der heimischen Verbraucher fühlen sich nach Angaben der EU-Kommission beim Online-Einkauf in einem anderen EU-Staat sicher.

Die EU-Kommission schlug am Mittwoch zwei Richtlinien vor, die gewährleisten sollen, dass die wichtigsten Regeln für Vertragsrechte in der gesamten EU für Onlinekäufe von Waren und Lieferungen von digitalem Inhalt gleich sind. Dadurch würden österreichische Unternehmen beim Verkauf von Waren die Kosten für die Anpassung an die Regeln des jeweiligen Vertragsrechts der Staaten sparen.

Verbraucher würden ermutigt werden, Onlinekäufe auch in anderen EU-Ländern zu tätigen. Nach Angaben der EU-Kommission bildet sich so ein Markt von bis zu 70 Millionen grenzüberschreitenden Onlinekäufern. Österreichische Verbraucher werden durch diese Richtlinien Zugang zu Angeboten von mehr Händlern in der EU haben und deshalb von einem größeren Produktangebot zu wettbewerbsfähigeren Preisen profitieren.




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