Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess wegen Handels mit 5,7 Kilo Cannabis in Salzburg



Salzburg (APA) - Wegen Handels mit 5,7 Kilogramm Cannabis sind heute, Mittwoch, acht Angeklagte vor einer Strafrichterin am Landesgericht Salzburg gestanden. Die Beschuldigten, die vorwiegend aus Afghanistan stammen und zwischen 15 und 26 Jahre alt sind, haben sich großteils geständig gezeigt. Sie sollen die Drogen im Lehener Park in Salzburg im Frühjahr und Sommer 2015 für zehn Euro pro Gramm verkauft haben.

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt zehn Männer angeklagt, doch zwei davon sind zur heutigen Verhandlung nicht erschienen. Die Beschuldigten, einige sind Asylwerber, nannten als Hauptmotiv „Geldbeschaffung“. Der 26-jährige Hauptbeschuldigte hat die Drogen laut Staatsanwalt Robert Holzleitner an zwei weitere Angeklagte übergeben, die als Zwischenabnehmer fungierten. Diese sollen das Marihuana schließlich an „Endkunden“ am sogenannten „Afghanenhügel“ in dem Park im Stadtteil Lehen verkauft haben.

„Alle Angeklagten haben die Tat gewerbsmäßig begangen. Sie wollten sich eine fortlaufende Einnahme verschaffen“, sagte Holzleitner. Der 26-Jährige, der als Kopf der Bande gilt, wird von anderen Beschuldigten massiv belastet. Doch der in Untersuchungshaft befindliche Hauptbeschuldigte wies jede Schuld von sich. „Er war zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort“, sagte sein Verteidiger. Sein Mandant habe zwar Marihuana konsumiert, aber nicht damit gehandelt. Vermutlich ergeht noch heute ein Urteil.

Brisantes Detail: Drei Beschuldigte, darunter ein 15-Jähriger, werden auch in dem bei der Staatsanwaltschaft Salzburg anhängigen Verfahren gegen insgesamt neun Afghanen wegen der Tötung eines 51-jährigen Türken am 22. September 2015 als Verdächtige geführt. Der 15-Jährige gilt in dem Fall als Hauptverdächtiger. Er wird von anderen beschuldigt, den Türken nach einer Massenschlägerei im Lehener Park mit einem Messer erstochen zu haben.




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