Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zielpunkt - Beraterin: Flächen an lokale Händler geben statt an Große



Wien (APA) - Das Feilschen um die 229 frei werdenden Filialen der insolventen Lebensmittelkette Zielpunkt hat bereits begonnen. Alle großen Lebensmittelhändler, von Rewe und Spar über Hofer und Lidl, haben bereits Grundsatzinteresse an einigen Standorten kundgetan.

Die Wirtschaftstrainerin und Beraterin Sabine M. Fischer, Inhaberin von Symfony Consulting, hingegen rät, den lokalen Einzelhandel zu fördern, anstatt diese Flächen an die marktbeherrschenden Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel weiter zu geben. „Es wäre wirtschaftlich belebend, sich für die Flächennutzung lokal/regional passende Alternativen zu überlegen“, so Fischer zur APA. Die Insolvenz könnte eine neue Sichtweise ermöglichen. Klein- und Mittelbetriebe könnten belebt werden.

Aber nicht nur kleinere Einzelhändler könnten die Flächen nutzen, sondern auch Bewohner des jeweiligen Grätzels. Beispielsweise als „Kommunikationsfläche“ für Senioren-, Mütter-, Nachbarschafts- und sonstige Gesprächsrunden. Oder für Beratungen jeglicher Art. Schulen könnten mit Klassen unternehmerische Tätigkeiten erproben, schlägt Fischer vor. Bewohner könnten auch für einen bestimmten Zeitraum Regalflächen mieten, um Hausrat, Textilien oder Schuhe zu verkaufen, die nicht mehr gebraucht werden.

Politik, Verwaltung und Wirtschaft seien nun gefordert. Nutznießer derartiger Projekte wären die Gemeinden, deren Bewohner und lokale/regionale Unternehmen. Nach der Zielpunkt-Pleite sei sofort der Reflex erfolgt, schnell die arbeitslosen Zielpunkt-Mitarbeiter unterzubringen. Das sei zwar an sich eine richtige Option, die jedoch auch die Gefahr berge, dass weitere Konzentration im Handel erfolgen könnte, meinte Fischer.

~ WEB http://www.zielpunkt.at ~ APA373 2015-12-09/14:19




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