Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serbisches Aufnahmezentrum von Menschenrechtsbeauftragtem kritisiert



Belgrad (APA) - Serbiens Menschenrechtsbeauftragter Sasa Jankovic hat heute, Mittwoch, die Verhältnisse in dem Aufnahmezentrum für Flüchtlinge in Sid heftig kritisiert. Diese seien in einzelnen Aspekten „unter dem Mindestmaß“ der Menschlichkeit, meinte Jankovic gegenüber Medien.

Einerseits gebe es einen kostenlosen Internetanschluss, andererseits wären die Toiletten in einem Zustand wie im 12. oder 15. Jahrhundert, schilderte Jankovic die Situation gegenüber Medien. Sein Büro will der Regierung demnächst Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorschlagen. Eines der Probleme sei ganz bestimmt der Personalmangel, so Jankovic. Für die tägliche Sorge um die Flüchtlinge seien im Aufnahmezentrum in Sid derzeit nur fünf oder sechs Personen zuständig. Das Zentrum passieren aber täglich zwischen 3.000 und 5.000 Flüchtlinge, die von Sid aus ihre Reise nach Kroatien mit dem Zug fortsetzen. Am gestrigen Dienstag waren es laut amtlichen Angaben rund 4.200.

Seit Mitte November werden hier ausschließlich Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan aufgenommen, denn sogenannten „Wirtschaftsmigranten“ aus anderen Ländern wird die Einreise nach Serbien verweigert. Das sei eine Verletzung der UN-Menschenrechtscharta, kritisierte Jankovic. Dieselben selektiven Einreiseregeln gelten seit Wochen auch in Mazedonien und Kroatien.

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