Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geplanter Trump-Besuch stößt in Israel auf Kritik



Washington (APA/Reuters/AFP) - Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wird noch diesen Monat Israel besuchen. Nach Trumps Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime wird der Republikaner aber auch in Israel scharf kritisiert. Die Rhetorik von Trump sei sowohl vom israelischen als auch vom amerikanischen Standpunkt aus schädlich, sagte Energieminister Juval Steinitz von der regierenden Likud-Partei am Mittwoch.

Ein Abgeordneter der mitte-links-orientierten Zionistischen Union bezeichnete Trump als Rassisten, ein Parlamentarier der arabischen Minderheit qualifizierte ihn als Neo-Nazi. Mehr als eine Million der acht Millionen israelischen Bürger sind Muslime, die der arabischen Minderheit im Land angehören. Deren Volksvertreter im Parlament kündigten am Mittwoch umgehend an, dass sie einen Besuch Trumps in der Knesset verhindern wollen.

Medienberichte, Ministerpräsident Benjamin Netanyahu werde Trump am 28. Dezember empfangen, wurden von dessen Amt nicht bestätigt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete hingegen unter Berufung auf einen nicht näher genannten Regierungsvertreter, dass das Treffen bereits vor zwei Wochen vereinbart worden sei. Netanyahu sei bereit, alle Präsidentschaftskandidaten sämtlicher US-Parteien zu empfangen, die darum bitten, erklärte der Vertreter weiter.

Der in Umfragen bei den Republikanern führende Trump hatte am Montag die „komplette Schließung“ der US-Grenzen für Muslime verlangt. Dies solle so lange gelten, „bis die Vertreter unseres Landes herausfinden können, was vor sich geht“. Als Anlass für die Aussage nahm Trump das Attentat eines muslimischen Paares in Kalifornien, bei dem 14 Menschen erschossen wurden. Auch in den USA war diese Forderung auf massive Empörung gestoßen.

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Einer der größten Einzelhändler im Nahen Osten, die Landmark Group, verbannte Produkte aus Trumps Firmenimperium aus den Regalen. Erzeugnisse von Trump Home wie etwa Spiegel oder Lampen würden in den Lifestyle-Warenhäusern nicht mehr angeboten, teilte das Unternehmen mit.

( 1402-15, 88 x 225 mm)




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