Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO zählt seit Beginn des Ukraine-Konflikts mehr als 9.000 Tote



Genf/Donezk/Luhansk (Lugansk) (APA/AFP) - Seit dem Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine im April 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 9.000 Menschen getötet worden. In einem am Mittwoch vorgestellten neuen Vierteljahresbericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte heißt es, mindestens 9.098 Menschen seien getötet und 20.732 weitere verletzt worden.

Zwischen dem 16. August und dem 15. November gab es mit 47 Zivilisten und 131 Verletzten weniger Opfer als bisher üblich. In einigen Teilen der Ostukraine nahm die Intensität des Konflikts dem Bericht zufolge stark ab. Zugleich dauere der „Zustrom von Munition, Waffen und Kämpfern aus Russland in die von bewaffneten Kämpfern kontrollierten Gebiete“ an. Das führe zu einer „äußerst unstetigen Lage“.

Die Vereinten Nationen werfen den Konfliktparteien im umkämpften Osten der Ukraine schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Das Fehlen rechtsstaatlicher Bedingungen, Folter und anhaltende Straflosigkeit seien an der Tagesordnung. Von den etwa 2,9 Millionen im Konfliktgebiet lebenden Menschen seien viele von medizinischen Leistungen und Sozialdiensten ausgeschlossen. Schwierigkeiten gebe es auch bei Entschädigungen für beschädigtes, beschlagnahmtes oder geplündertes Eigentum.

Den ukrainischen Sicherheitsdiensten wirft der Bericht vor, Menschen bei Verdacht der Unterstützung für die gegen Kiew kämpfenden Rebellen willkürlich festzunehmen, zu foltern und zwangsweise verschwinden zu lassen. Entsprechenden Vorwürfen werde kaum nachgegangen, die mutmaßlichen Täter blieben zum großen Teil straffrei.

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Die ukrainische Armee geht gegen die Rebellen in den selbstproklamierten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine vor. Russland weist den Vorwurf zurück, prorussische Rebellen in seinem Nachbarland direkt zu unterstützen. Die schwierige humanitäre und soziale Lage in der Ostukraine dürfte sich im Winter weiter zuspitzen.




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