Letztes Update am Mi, 09.12.2015 14:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


APA Medien News: ORF-Wahl, ORF-Mobil, ORF-Sport, ORF-Frühfernsehen



Wien (APA) - xxx

ORF-Wahl: Die Ankündigung der Wiederbewerbung von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der ORF-Wahl 2016 sorgt für wenig Überraschung bei ORF-Stiftungsräten. „Nicht überraschend, aber der Erwartungsdruck für die nächsten 13 Monate an ihn ist jedenfalls gestiegen: Standort, Ö1, Frühfernsehen. An der Arbeit wird gemessen und nicht an der Länge des Wahlkampfs“, erklärte Thomas Zach, Leiter des ÖVP-“Freundeskreises“ im Stiftungsrat, auf Anfrage. SPÖ-“Freundeskreis“-Leiter Erich Fenninger sprach von einem „richtigen Schritt, nachvollziehbar und logisch“. Es sei „nicht überraschend, dass der Generaldirektor seine Kandidatur für eine dritte Amtsperiode bekannt gibt“, so Fenninger. „Die Entwicklung des ORF ist im europäischen Vergleich beeindruckend, wenn man es in nackten Zahlen misst. Kein anderer öffentlich-rechtlicher Sender ist in den Kategorien Fernsehen, Radio und Online die Nummer eins.“ Darüber hinaus habe der ORF den Song Contest gut über die Bühne gebracht, dafür einen Preis für Umwelt-Nachhaltigkeit gewonnen und beim Song Contest-Budget deutlich unter Plan abgeschlossen. Wichtig ist Fenninger auch der Umstand, dass die soziale Ausrichtung des ORF unter Wrabetz weiter ausgebaut wurde. Eine Wahlempfehlung will der SPÖ-Stiftungsrat allerdings noch nicht abgeben. „Für Entscheidungen ist es noch zu früh. Wir müssen abwarten, wer aller als Kandidat zur Verfügung steht.“ Die Wahl des ORF-Generaldirektors erfolgt am 9. August 2016 durch die 35 Mitglieder des ORF-Stiftungsrats.

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ORF-Mobil: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fordert für den öffentlich-rechtlichen ORF „mehr Spielraum im wachsenden Bereich der mobilen Nutzung“. Die ORF-Apps erreichen inzwischen rund 5,2 Millionen Visits pro Monat. „Das hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Wir registrieren eine starke Nutzung der mobilen Angebote“, berichtete Wrabetz am Mittwoch nach der Bekanntgabe seiner Wiederbewerbung bei der ORF-Wahl 2016 vor dem ORF-Publikumsrat. „Der mobile Bereich wächst am stärksten. Das wird in diesem exponentiellen Tempo weitergehen. Wir machen das im Rahmen der rechtlichen Rahmenbedingungen gut, aber wir brauchen einen General-Konsens, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk in diesem Bereich in Zukunft darf“. Der Fernsehmarktanteil 2015 liegt laut Wrabetz bisher „leicht über dem Vorjahresmarktanteil, obwohl wir heuer nicht zwei große Sportereignisse wie im Vorjahr hatten“. Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung sind die Informationssendungen. Wrabetz präsentierte eine SORA-Umfrage, wonach 91 Prozent der Österreicher sehr bzw. ziemlich an der Flüchtlingssituation in Österreich interessiert sind. Fernsehen ist dabei für 78 Prozent der Befragten die mit Abstand wichtigste Informationsquelle. 58 Prozent sind der Ansicht, dass der ORF im Fernsehen im richtigen Ausmaß berichtet. Die ORF-Berichterstattung über die Flüchtlingslage wird von 48 Prozent als positiv bzw. sehr positiv beurteilt, 8 Prozent beurteilten die Berichterstattung als eher schlecht bzw. sehr schlecht.

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ORF-Sport: 200 Stunden Programm und 51 Live-Spiele überträgt der ORF 2016 von der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. „Nach dem Song Contest handelt es sich um das nächste trimediale Projekt des ORF“, berichtete ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Mittwoch vor dem ORF-Publikumsrat. Der ORF werde dazu „in der Gegend von Marseille“ ein eigenes EM-Studio einrichten. Für dieses versprach ORF-Sportchef Hans Peter Trost „keine Tänze oder sonstigen Firlefanz, sondern Hard Core-Journalismus“. Im Vorjahr hatten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien Samba-Tänzerinnen im WM-Studio für Kritik gesorgt. Bei der Fußball-EM will man sich nun wieder ganz auf öffentlich-rechtliche Tugenden konzentrieren. Zur Fußball-EM zeigt der ORF etwa auch die DOKeins-Doku „Euphorie“. Weitere Sport-Höhepunkte im kommenden Jahr sind die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro sowie die Ski-Flug-WM am Kulm. Dem Sport komme für das ORF-Programm enorme Bedeutung zu, erklärte Zechner. Unter den 10 meistgesehenen ORF-Sendungen 2015 waren 7 Sportsendungen.

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ORF-Frühfernsehen: Der „Tourplan 2016“ für das neue ORF-Frühfernsehen „Guten Morgen Österreich“ steht. Das Format startet im März aus Salzburg, berichtete ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Mittwoch im ORF-Publikumsrat. Derzeit erfolgen der Signation- und Logo-Feinschliff. Die Moderatoren-Castings mit 45 Bewerberinnen und Bewerbern wurden im November durchgeführt, nun geht es ins Auswahlfinale. Im Jänner wird das mobile Studio geliefert, Anfang und Mitte März gibt es noch zwei Pilotwochen. Am 29. März soll das neue Format, das in der Morgenschiene von 6.00 bis 9.00 Uhr ausgestrahlt wird, erstmals auf Sendung gehen.

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ORF-“Bürgerforum“: Kritik setzte es im ORF-Publikumsrat am jüngsten „Bürgerforum“ zum Thema Flüchtlinge. Im Auftritt des Obmanns der Identitären, Alexander Markovicz, sahen Publikumsräte bei einer Sitzung des Gremiums eine „unappetitliche Grenzüberschreitung“, wie es etwa Gewerkschaftsbund-Vertreter Willi Merny formulierte. Der ORF müsse aufpassen, dass er nicht nur ein Bild der Extreme zeige, indem er Rechtsextremen eine Bühne biete. „Im ORF treten jede Menge grenzwertiger Personen auf“, erinnerte Andreas Kratschmar von der Politischen Akademie der ÖVP an die „Am Schauplatz“-Skinhead-Reportage. ORF-Chef Alexander Wrabetz hob unterdessen Bedeutung und Zuschauerzuspruch der Sendung hervor. „Das Bürgerforum polarisiert, hier treffen Meinungen aufeinander“, so Wrabetz. Die zuständige Magazin-Redaktion leiste dabei ausgezeichnete Arbeit und einen erfolgreichen Beitrag zur Flüchtlingsberichterstattung. „Entscheidungen, wer eingeladen wird, werden dezentral getroffen. Ich glaube, dass es falsch wäre, wenn ich hier persönlich eingreife. Aus meiner Sicht wäre es aber besser gewesen, statt dem Vertreter der Identitären einem zusätzlichen Bürger das Wort zu geben, und man hätte sicher auch besser kontextualisieren können, um wen es sich hier handelt. Wir haben das intern offen und kontroversiell diskutiert.“ Von „öffentlicher Selbstgeißelung“ hält der ORF-Chef aber nichts.

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ORF-Funkhaus: Der Verkaufsprozess für das ORF-Funkhaus geht in die nächste Runde. Bis 11. November konnten potenzielle Käufer erste Interessensbekundungen abgeben. Mehr als 30 Interessenten haben sich bisher gemeldet. Der Mindestpreis wurde vom ORF mit 18 Millionen Euro festgelegt. Nun wurden alle bisherigen Interessenten eingeladen, bis Mitte März 2016 ein verbindliches Angebot abzugeben, teilte der ORF am Mittwoch in einer Aussendung mit. Parallel dazu wurde für die Interessenten ein digitaler Datenraum geöffnet, der alle für die Due-Diligence-Prüfung relevanten Unterlagen enthält. Im Jänner sollen Besichtigungen des Standortes durch die Interessenten stattfinden. Nach Prüfung der verbindlichen Angebote werden voraussichtlich im April 2016 die Verhandlungsrunden mit den Bewerbern beginnen, hieß es weiter. Hintergrund des Funkhaus-Verkaufs ist die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte im ORF-Zentrum am Küniglberg. Ö1 und FM übersiedeln dabei auf den Küniglberg, das ORF-Landesstudio Wien dürfte im Funkhaus bleiben. Auch als „Kulturstandort“ werde das Funkhaus mit dem RadioKulturhaus laut ORF weiter genutzt.

~ WEB http://orf.at ~ APA400 2015-12-09/14:39




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