Letztes Update am Mi, 09.12.2015 15:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Musikrat nennt Standortwahl für Münchner Konzertsaal engstirnig



München (APA/dpa) - Der geplante Standort für den neuen Münchner Konzertsaal wird Orchester mit Weltrang nach Einschätzung des Bayerischen Musikrates (BMR) abschrecken. Die Umgebung des Werksviertels am Ostbahnhof trage internationalen Maßstäben an einen Spitzenkonzertsaal nicht im erwarteten Umfang Rechnung, kritisierte BMR-Präsident Thomas Goppel am Mittwoch in München.

Die Münchner Musikszene werde für die Weltspitze der Orchester Schritt um Schritt an Bedeutung verlieren. Der CSU-Politiker und frühere Kultusminister hätte ein Musikareal rund um die Paketposthalle im Westen der Stadt bevorzugt.

Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag entschieden, den Musiksaal nach jahrelanger Debatte im Osten Münchens auf dem Gelände einer ehemaligen Knödel-Fabrik zu errichten - in Erbpacht, eine Lösung, die über einen Zeitraum von 50 Jahren 30 Millionen Euro kosten soll. Die Baukosten für den Musiksaal stehen noch nicht fest, da die Planungen noch nicht so fortgeschritten sind. Das Kultusministerium rechnet mit einem dreistelligen Millionenbetrag.

Die Konzerthalle soll vor allem dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine Heimat geben, eingebettet in ein neues Viertel mit Kindergärten, Schule und Park. Die Partymeile Kultfabrik soll verschwinden, nur einige Clubs am Ostbahnhof und in unmittelbarer Nähe zum Konzertsaal würden bleiben.

Goppel nannte die Entscheidung für einen „Standort mit Weltgeltung viel zu engstirnig und entwicklungshemmend“. Ein Musikareal rund um die Paketposthalle wäre seiner Ansicht nach zukunftsträchtiger und erweiterungsfähig gewesen. Allerdings hätte der Bau dort nicht so schnell realisiert werden können, während der Saal im Werksviertel schon Ende 2021 in Betrieb genommen werden könnte. Zudem hätte allein die Erschließung des Geländes dort nach Angaben von Kultusminister Ludwig Spaenle mehr als 100 Millionen Euro kosten können.




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