Letztes Update am Mi, 09.12.2015 16:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


17-Jährige Schwedin bleibt vorerst in Übergabehaft



Wien/Linköping/Damaskus (APA) - Jene 17-Jährige, die am Wochenende als mutmaßliche Jihadistin am Weg nach Syrien in Wien festgenommen worden war, bleibt vorerst in Übergabehaft. Nach Angaben von Landesgerichtssprecherin Christina Salzborn am Mittwoch kann die Schwedin nach geltendem Recht bis zu 40 Tage in Österreich festgehalten werden, wenn die Staatsanwaltschaft keine Anklage erhebt.

Letzteres erscheint bei derzeitigem Stand der Dinge unwahrscheinlich, da die Ermittler bisher keine Hinweise auf verbotene Handlungen oder Pläne dafür in Österreich finden konnten. Schwedische Medien hatten Angehörige des Mädchens zitiert, die sich über Sympathien der Teenagerin für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) besorgt zeigten.

Die schwedischen Behörden sind über das weitere Prozedere offenbar uneins. Während die Sozialbehörde ihrer Heimatgemeinde Linköping die 17-Jährige nach Schweden zurückbringen will, gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass die schwedische Staatsanwaltschaft ein Gerichtsverfahren plant.

Laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT verhandelt die Sozialbehörde mit der Polizei über einen formellen Haftantrag. Außerdem seien die Eltern nach Wien gereist, um die junge Frau zur freiwilligen Heimreise zu bewegen. Eine Sprecherin des Sozialamts Linköping sagte gegenüber TT, wenn dies nicht gelänge, sei die Situation in Bezug auf eine Auslieferung oder Übergabe der 17-jährigen „knifflig“.

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Gerichtssprecherin Salzborn sagte indes der APA, die Entscheidung über das weitere Schicksal der in Haft befindlichen Schwedin falle vermutlich spätestens am 22. Dezember im Rahmen einer Haftverhandlung. Nach den geltenden europäischen Regeln könne die 17-Jährige ohne Anklageerhebung maximal 40 Tage in Österreich festgehalten werden.




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