Letztes Update am Mi, 09.12.2015 17:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalrat: BIFIE wird verkleinert



Wien (APA) - Das Bildungsforschungsinstitut Bifie wird verkleinert. Unmittelbare Folge davon ist, dass die Zentralmatura wieder vom Bildungsministerium abgewickelt wird. Den entsprechenden Beschluss hat am Mittwoch der Nationalrat gegen die Stimmen von FPÖ und Team Stronach gefällt.

Umgesetzt wird die Reform erst 2017, was für Kritik der Freiheitlichen sorgte. SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann entgegnete, dass man so für einen reibungslosen Übergang sorge. Auch Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek argumentierte, dass z.B. die Beispiele für die Zentralmatura schon längst vorbereitet seien und daher auch im kommenden Jahr das Bifie die Reifeprüfung organisieren werde.

Geschlossen wird mit der Bifie-Reform der für die Zentralmatura zuständige Standort Wien. Jener in Salzburg bleibt bestehen. Doch Sorge um ihren Job müssen auch die Wiener Mitarbeiter nicht haben. Sie werden 1:1 ins Ministerium übernommen und erst später werde man „im Einvernehmen mit allen“ besprechen, ob „man die Expertise in der Stärke noch braucht“.

In der Debatte allgemein positiv bewertet wurde, dass mit der Abschaffung des zweiten Standorts auch die Doppel-Spitze des Bifie wegfällt. Statt dessen werde international ausgeschrieben und nur noch ein Manager für das Institut gesucht, freute sich etwa VP-Bildungssprecherin Brigitte Jank.

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Auch Grünen-Bildungssprecher Harald Walser, der auf diverse finanzielle Ungereimtheiten in der Vergangenheit verwies, zeigte sich davon angetan, dass der Parteienproporz nun beendet werde. Nicht anders die Einschätzung von NEOS-Klubchef Matthias Strolz: Es werde ein richtiger Schritt Richtung Parteipolitik raus, Kompetenz rein, unternommen.

Skeptisch zeigte sich dagegen der freiheitliche Bildungssprecher Walter Rosenkranz. Aus seiner Sicht wird ein suboptimaler Zustand nur fortgeschrieben. Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar forderte, die Politik ganz aus der Schule zu verbannen.

Nach der Rückkehr der Zentralmatura ins Ministerium wird sich das Bifie auf die Tätigkeitsschwerpunkte Internationale Assessments und angewandte Bildungsforschung konzentrieren. Das Institut wickelt etwa die Bildungsstandards sowie internationale Vergleichsstudien wie PISA, PIRLS oder TIMSS in Österreich ab. Künftig soll es bei Forschungsvorhaben verpflichtend mit Unis, Pädagogischen Hochschulen (PH) und außeruniversitären Instituten kooperieren sowie seine Forschungsarbeiten veröffentlichen müssen.




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