Letztes Update am Mi, 09.12.2015 19:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sportpolitik: Fördervergabe 2016 nach Kriterien-Adaptierung erfolgt



Wien (APA) - Die erfolgsorientierte Fördervergabe des Bundessportförderungsfonds an Österreichs Sport-Fachverbände für 2016 hat ein klar anderes Ergebnis als im Vorjahr gebracht. Nach Kritik an den Kriterien für die Erstellung des Erfolgsrankings 2015 gibt es dieses nicht mehr. Die Sportarten wurden in drei Gruppen voreingeteilt. Unterschieden wird zwischen olympisch, nicht-olympisch und Mannschaftssportarten.

Auch Sportminister Gerald Klug war nicht uneingeschränkt mit dem vor einem Jahr erstellten Erfolgsranking zufrieden, vor allem wegen der fehlenden Nachvollziehbarkeit. „Es war daher notwendig, bei den Kriterien Nachschärfungen vorzunehmen“, sagte Klug am Mittwoch bei einem Informationsgespräch in Wien. Nach Konsultationen mit den Fördergremien, den Fachverbänden und der Bundessportorganisation (BSO) sei man zur neuen Lösung gekommen.

Demnach wurden 2,4 Millionen Euro und damit 60 Prozent der zur Verfügung stehenden vier Millionen Euro - das entspricht 10 Prozent der Spitzensportförderung - auf die Top 15 der Verbände olympischer Sportarten mit Einer- oder Zweier-Teams aufgeteilt (Gruppe 1). An je fünf olympische Verbände mit nicht-olympischen Sportarten (1a, z.B. Berglauf) und nicht olympische Verbände (2) werden gesamt 800.000 Euro vergeben, ebenso an Mannschaftssportarten (3).

„Wir haben eine objektive und transparente Form gefunden“, sagte dazu Thomas Wörz, Vorsitzender des Beirates für Spitzensportförderung. Ähnlich argumentierte American-Football-Verbandspräsident Michael Eschlböck: „Jetzt werden nur noch Äpfel mit Äpfel verglichen.“ Christoph Schmölzer, Ex-Ruder-Weltmeister, meinte wie Eschlböck als Vertreter der Bundes-Sportkonferenz: „Das Konzept muss jetzt einen internationalen Vergleich nicht scheuen.“

Trotz veränderten Fördersystems ist wie 2015 der Skiverband über alle Gruppen die Nummer eins, mit 465.000 Euro kassiert der ÖSV mehr als ein Zehntel der Gesamtsumme. Dahinter kommt in Gruppe 1 Tischtennis (ÖTTV/246.400) und Judo (ÖJV/195.100). Die kleinsten Summen unter den geförderten Olympia-Sportarten erhalten Ringen (ÖRSV/72.400), Eisschnelllauf (ÖESV/88.000) und Volleyball (ÖVV/96.000), im Vorjahr mit 396.700 Euro noch Nummer zwei.

Top-Kassierer unter den olympischen Verbänden für nicht-olympische Sportarten ist der Bogensport (ÖBSV/75.600). Bei den nicht-olympischen Verbänden - hier wurden erstmals die World Games mitberücksichtigt - haben die Kletterer (ÖWK/149.100) die Nase vorne, bei den Mannschaftssportarten Fußball (ÖFB/305.200), vor Hockey (ÖHV/168.900) und Eishockey (ÖEHV/139.100). Die gesamte Vergabe findet sich auf http://www.bsff.or.at unter Verbandsförderung 2016.

Der Durchrechnungszeitraum hat in den Sommer-Sportarten die Jahre 2013 und 2014, im Winter die Saisonen 13/14 und 14/15 umfasst. Zur Bewertung herangezogen wurden einerseits Großereignisse wie Olympia, WM und EM oder Rankings wie Weltranglisten. Andererseits erhielt jede Sportart auf Basis der internationalen und nationalen Bedeutung einen Faktor zugeteilt. Medienpräsenz und Durchführung internationaler Ereignisse wurden nicht mehr bewertet.

Neben diesen Richtlinien wurden gemäß Bundessportfördergesetz 2013 die Verbandsstruktur und Verbandsarbeit sowie Qualität der Nachwuchsarbeit berücksichtigt. Es ist möglich, dass ein Verband in zwei Gruppen bewertet wird. Mittel im Rahmen der erfolgsbasierten Förderung gibt es aber einfach. Die Gesamtsumme der Besonderen Bundessportförderung 2016 (inklusive Breitensport, Organisationen wie ÖOC) wurde im Jahresvergleich um 2,6 Mio. auf 82,6 Mio. Euro erhöht.




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