Letztes Update am Mi, 09.12.2015 22:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkei ruft Bürger zum Verlassen der arabischen Gebiete im Irak auf



Ankara (APA/AFP) - Inmitten des Streits um die Präsenz türkischer Truppen im Irak hat Ankara seine Bürger zum Verlassen der arabischen Landesteile aufgerufen. Das türkische Außenministerium forderte am Mittwoch die türkischen Staatsangehörigen auf, alle irakischen Provinzen zu meiden - mit Ausnahme von Dahuk, Erbil und Suleimanije, die in der autonomen Kurdenregion im Norden liegen.

Das Ministerium begründete dies mit der jüngsten Zunahme von Drohungen gegen türkische Unternehmen und Aufrufen zu „Gewalt, Terror und Entführungen“.

Die Entsendung von türkischen Truppen und Panzern in die irakische Provinz Mossul sorgt derzeit für Spannungen zwischen Ankara und Bagdad. Nach türkischen Angaben sind bereits seit März Ausbilder in der Region im Einsatz, um irakische Milizionäre für den Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu trainieren, die weite Teile des Nordens und Westens des Irak kontrollieren. Die Regierung in Bagdad fordert aber den Rückzug der Truppen aus der Gegend Bashika, weil sie ohne ihre Zustimmung ins Land gekommen seien.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Mittwoch, die Truppen seien zum Schutz der in der Region aktiven Militärausbilder ins Land geschickt worden. „Es ist kein Akt der Aggression, sondern ein Akt der Solidarität“, sagte Davutoglu. Angesichts der irakischen Reaktion sei die Aufstockung der Truppen aber gestoppt worden. Davutoglu sollte am Abend auch den irakischen Kurdenführer Massud Barzani treffen, der zu einem Besuch in Ankara war. Barsani sprach dort bereits mit Geheimdienstchef Hakan Fidan sowie Präsident Recep Tayyip Erdogan.




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