Letztes Update am Do, 10.12.2015 04:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ärzte ohne Grenzen richten Petition an US-Regierung zu Kunduz-Angriff



Washington (APA/AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans frontieres/MSF) hat in einer Petition an die US-Regierung eine unabhängige Untersuchung des Angriffs auf ihre Klinik im afghanischen Kunduz gefordert. Das von „mehr als 547.000 Menschen“ unterzeichnete Schreiben wurde dem Weißen Haus am Mittwoch überreicht, teilte MSF mit.

US-Präsident Barack Obama wird in der Petition aufgefordert, einer Untersuchung des Vorfalls unter Leitung der Internationalen humanitären Ermittlungskommission (IHEK) zuzustimmen. Nur ein von einer unabhängigen internationalen Organisation verfasster Bericht könne das Vertrauen von MSF in den Umgang der Vereinigten Staaten mit dem Kriegsvölkerrecht wieder herstellen, erklärte der MSF-Direktor in den USA, Jason Cone.

Bei dem Angriff auf die Klinik am 3. Oktober waren 30 Menschen getötet worden, darunter 14 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und mindestens zehn Patienten, auch Kinder. In einem US-Untersuchungsbericht zu dem Vorfall wird in erster Linie „menschliches Versagen“ als Grund angegeben. Eigentlich hätte ein Hunderte Meter entferntes Gebäude bombardiert werden sollen, in dem verfeindete Kämpfer vermutet wurden.

Nach MSF-Angaben wurden in der Klinik zum Zeitpunkt des Angriffs 105 Patienten behandelt, darunter verletzte Taliban-Kämpfer, aber auch Frauen und Kinder. Auf dem Krankenhausgelände seien weder bewaffnete Kämpfer gewesen, noch habe es dort Kampfhandlungen gegeben.




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