Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Internationale Pressestimmen zur Kür Merkels als „Person des Jahres“



Berlin (APA/dpa) - Europäische Zeitungen kommentieren am Donnerstag die Entscheidung des US-Magazins „Time“ für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel als „Person des Jahres“:

„de Volkskrant“ (Amsterdam):

„An Angela Merkel kam man in diesem Jahr nicht vorbei. Die deutsche Bundeskanzlerin ging voran bei der Lösung der Eurokrise und der Verhinderung eines Grexit (des Austritts Griechenlands aus der Eurozone), sie führte die diplomatische Offensive im Kräftemessen zwischen der Ukraine und Russland und sie ließ eine Million Flüchtlinge in ihr Land. ... Angela Merkel ist in den vergangenen Monaten in Deutschland und auch außerhalb mit Kritik an ihrer großherzigen Aufnahmepolitik und ihrem optimistischen „Wir schaffen das“ überschüttet worden. Es hieß, damit sei sie zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Karriere als Kanzlerin zu weit gegangen. Aber die Kritik übersieht fast immer Merkels Motivation: dass man es nämlich mit einer humanitären Katastrophe zu tun hat und dass der freie, reiche Westen, der doch immer so stolz ist auf seine humanistischen Werte, die Pflicht hat, zu einer Lösung beizutragen. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass Merkel Recht behält und die Deutschen es schaffen.“

„Nepszabadsag“ (Budapest)

„In Hinblick auf die Kanzlerin sind die deutsche und die europäische Öffentlichkeit durch einen Polarisierungsprozess gegangen. Vor ein paar Monaten wurden die Flüchtlinge noch eher mit Sympathien begrüßt. Die Pariser Terroranschläge ließen jedoch die Stimmung umschlagen. Die Lager sind nun weiter auseinander denn je. Helfer und Hetzer sind noch entschlossener von ihrer jeweiligen Wahrheit überzeugt. Merkel ist da nicht frei von Fehlern. Oft bestimmt Opportunismus ihr Verhalten. Das Wochenmagazin „Time“ glaubt dennoch - und mit gutem Grund -, dass seine Wahl für die Person des Jahres für Öffnung statt Abschottung steht, dass sie, statt Kriege zu führen, Brücken zu bauen versucht. Je unschiffbarer die Gewässer erscheinen, umso notwendiger ist das.“

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