Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahl der Asylbewerber im dritten Quartal in der EU verdoppelt



Brüssel/Luxemburg (APA) - Die Zahl der Asylbewerber in der EU hat sich im dritten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum zweiten verdoppelt. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte, beantragten vom Juli bis September 413.800 Asylsuchende Schutz in der Europäischen Union. Österreich verzeichnete 27.600 Asylbewerber, was einem Anstieg von 59 Prozent entspricht.

Mehr als die Hälfte beantragte Asyl in Deutschland oder Ungarn. Beide Länder verzeichneten jeweils knapp über 108.000 erstmalige Asylbewerber - das sind 26 Prozent in der EU - im dritten Quartal, für Deutschland ein Plus von 34 Prozent, für Ungarn ein Zuwachs von 231 Prozent. Dahinter folgten Schweden mit 42.500 bzw. einem EU-Anteil von 10 Prozent, Italien (28.400 bzw. 7 Prozent) und Österreich (7 Prozent).

Im Vergleich zur Einwohnerzahl verzeichnete Ungarn die höchste Quote mit 10.974 Bewerber je eine Million Einwohner. An zweiter Stelle rangierte Schweden 84.362) und an dritter Österreich (3.215). Deutschland (1.334) liegt auf Platz fünf hinter Finnland (2.765). Finnland verzeichnete im dritten Quartal auch den größten Zuwachs an Erstbewerbungen mit einem Plus von 842 Prozent bzw. 15.130 Asylsuchenden. Die niedrigsten Quoten nach Einwohnern haben die Slowakei (drei Asylbewerber pro eine Million Einwohner), Kroatien (8), Rumänien (14), Portugal (21) und Tschechien (25).

Jeder dritte Asylbewerber stammte aus Syrien. Von den 137.900 Syrern, die im dritten Quartal einen Asylantrag in der EU stellten, wurden zwei Drittel in zwei EU-Staaten registriert, nämlich in Ungarn (53.100) und Deutschland (35.800). Das zweithäufigste Herkunftsland der Asylbewerber bleibt Afghanistan, woher 14 Prozent im dritten Quartal kamen. Die drittgrößte Gruppe sind Iraker mit 44.000 erstmaligen Bewerbern (11 Prozent). Auch in Österreich waren die Syrer die größte Gruppe (32 Prozent), gefolgt von Afghanen 25 Prozent) und Irakern (19 Prozent).

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