Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VW-Skandal - Chefaufseher: Größte Bewährungsprobe in Firmengeschichte



Wolfsburg (APA/dpa) - VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hält die Abgaskrise für die bisher größte Bewährungsprobe in der Geschichte des größten Autobauers in Europa. „Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein“, sagte der oberste Kontrolleur heute, Donnerstag, in Wolfsburg mit Blick auf die finanziellen Folgen der Manipulationen von Millionen Dieselmotoren.

Pötsch informierte gemeinsam mit Vorstandschef Matthias Müller über den Stand der Aufarbeitung. „Die vergangenen zwei Monate waren für uns beispiellos - niemand hier hat sich vorstellen können, dass unser Unternehmen in eine Situation geraten könnte, wie wir sie seit Ende September erleben.“

„Alles kommt auf den Tisch, nichts wird unter den Teppich gekehrt“, so Pötsch. Im Volkswagen-Konzern arbeiten derzeit etwa 450 Experten an der Aufklärung der Abgas-Affäre. Neben der internen Revision gehören dazu auch die Mitarbeiter der US-Kanzlei Jones Day, die der Aufsichtsrat beauftragte.

„Beide Gruppen arbeiten unabhängig voneinander“, sagte Pötsch. Aussagen zu den betroffenen Personen, die für die Manipulationen an Millionen Dieselmotoren verantwortlich sind, könne man aber noch nicht machen. Dies sei erst möglich, „wenn die Erkenntnisse absolut wasserdicht sind“. Ziel sei es, bis zur Hauptversammlung am 21. April 2016 einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse zu liefern.

Europas größter Autobauer hatte im September zugegeben, in Millionen Dieselmotoren eine Software eingesetzt zu haben, die Daten zum Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase schönte. In der Folge stürzte Volkswagen in eine schwere Krise. Für deren Bewältigung bildete der Konzern bisher Rücklagen von 6,7 Mrd. Euro.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA205 2015-12-10/11:33




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