Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


15 Bankomaten manipuliert: Festnahme eines Verdächtigen in Hallein



Salzburg/Wien/St. Pölten (APA) - Nachdem die Polizei im Frühjahr 2015 drei Männer verhaftet hatte, die im Jänner und Februar in Salzburg, Wien und St. Pölten in mindestens 15 Fällen Bankomaten manipuliert haben sollen, ist in der Vorwoche nun ein vierter Verdächtiger in Hallein festgenommen worden. Es handelt sich laut Polizei um einen 26-jährigen Rumänen. Er wurde von der Staatsanwaltschaft Wien per Haftbefehl gesucht.

Um die Bankomaten zu manipulieren, klebten die Täter in die Geldausgabeschlitze selbst gefertigte Aluminiumleisten, die auf der Rückseite mit Klebstoff oder Doppelklebeband versehen waren. Hoben Bankkunden Geld ab, blieben die Scheine daran picken. Nachdem die Kunden kein Geld bekamen und einen Fehler am Automaten annahmen, kehrten die Täter zurück und holten die Aluleisten samt Beute ab. Sie schlugen immer dann zu, wenn die Banken geschlossen hatten. Die Möglichkeit einer direkten Rückfrage oder Fehlermeldung bei der Bank war für betroffene Kunden damit nicht möglich.

Durch die Manipulationen soll ein Gesamtschaden im vierstelligen Euro-Bereich entstanden sein. In einigen Fällen ist es beim Versuch geblieben, wie Michael Rausch, Sprecher der Landespolizeidirektion Salzburg, am Donnerstag auf APA-Anfrage erklärte.

Zwei der im Frühjahr in Salzburg festgenommenen Verdächtigen - ein 26-jähriger und ein 37-jähriger Rumäne - wurden von der Polizei aufgrund der Bilder aus den Überwachungskameras erkannt. Die Männer sagten gegenüber der Polizei aus, dass sie sich durch die Manipulation ein „leichtes Zubrot“ zum Betteln verdienen wollten.

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Ein dritter Rumäne (22) war bereits im Jänner in Wien auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden. Er soll auch mehrere Ladendiebstähle in Salzburg begangen haben. Alle drei Männer, welche die Manipulationen in unterschiedlichen Beteiligungen begangen haben sollen, wurden in U-Haft genommen. Zwei davon, der 26-Jährige und der 37-Jährige, saßen in Salzburg hinter Gittern. Sie sind bereits verurteilt und nach Rumänien abgeschoben worden.

Vergangenen Freitag ging nun auch ein vierter Verdächtiger in Hallein ins Fahndungsnetz der Polizei. In enger Zusammenarbeit mit den rumänischen Behörden sei bekannt geworden, dass der Flüchtige Ende November per Bahn nach Österreich gereist sei, informierte die Landespolizeidirektion Salzburg. Die Fahndungsmaßnahmen übernahm die „temporäre Ermittlungsgruppe Bettelei“ des Landeskriminalamtes. Polizisten aus Hallein trafen den Verdächtigen in der Wohnung seiner Schwester an.

Zunächst erklärte der Rumäne den Beamten, er sei der Ehemann der Frau, doch eine „zweifelsfreie Identifikation“ sei möglich gewesen, hieß es seitens der Polizei. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Er wurde nach Rücksprache der Staatsanwaltschaft Salzburg in die Justizanstalt Puch-Urstein gebracht. „Die Einvernahme steht noch aus“, sagte Polizei-Sprecher Rausch.

Der Rumäne soll an allen rund 15 Fakten beteiligt gewesen sein. Nach ihm wurde auch mittels Lichtbildveröffentlichung in den Medien gefahndet. Er war damals noch 25 Jahre alt. Der Mann soll wie sein ebenfalls 26-jähriger Komplize bereits in Deutschland mit der gleichen Betrugsmasche, die auch „Cash trapping“ genannt wird, in Erscheinung getreten sein.




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