Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leitbörsen in Fernost schließen überwiegend im Minus



Tokio (APA) - Asiens wichtigste Börsen haben am Donnerstag überwiegend weitere Verluste erlitten. Vor dem US-Zinsentscheid in der kommenden Woche hielten sich die Anleger zurück, sagte ein Händler. Selbst bei niedrigen Aktienkursen sehe er keinen Grund, aggressiv Positionen aufzubauen.

Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor um 1,32 Prozent auf 19.046,55 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong gab um 0,45 Prozent auf 21.704,61 Einheiten nach. Der Shanghai Composite verlor 0,49 Prozent auf 3.455,50 Punkte und der All Ordinaries Index in Sydney fiel 0,83 Prozent auf 5.087,50 Einheiten. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte hingegen zuletzt bei 25.252,32 Zählern mit plus 0,86 Prozent.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank (Fed) am kommenden Mittwoch dank der guten Wirtschaftsentwicklung erstmals seit der Finanzkrise die Zinsen anheben wird. Ein solcher Schritt würde generell die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren schmälern und dürfte auch dazu führen, dass Anleger ihr Kapital aus den Schwellenländern in die USA umschichten.

An der Börse in Tokio erwies sich der anziehende Yen als Belastungsfaktor, der japanische Produkte für Käufer außerhalb des Landes verteuert. Darunter litten vor allem die Aktien der exportabhängigen Autobranche. So büßten Mazda-Aktien knapp 3 Prozent ein. Beim Subaru-Hersteller Fuji Heavy Industries standen Kursverluste von fast 2 Prozent zu Buche.

Die Papiere des Reifenherstellers Bridgestone sanken angesichts eines Bieterkampfes um die US-Werkstattkette Pep Boys um knapp 2 Prozent. Einem Bericht der Zeitung „Nikkei“ zufolge will Bridgestone eine weitere Offerte vorlegen, nachdem der US-Investor Carl Icahn ein erstes Angebot der Japaner überboten hatte.

Dagegen verteuerten sich Toshiba-Aktien um 0,7 Prozent. Der von einem schweren Bilanzskandal erschütterte Technologieriese will sich japanischen Medienberichten zufolge aus der Produktion von Fernsehern zurückziehen.

Für die am Vortag uneinheitlichen chinesischen Aktienmärkte ging es am Donnerstag letztlich weiter bergab. Laut Experten sorgten sich die Anleger nach schwachen Industriedaten, dass der Umbau der Wirtschaft in Richtung eines stärkeren Dienstleistungssektors nicht schnell genug gehen könnte, um die schleppende Nachfrage nach Industriegütern und Rohstoffen auszugleichen.

Unter Druck standen daher vor allem klassische Industrietitel: Im Energiesektor verloren Shanghai Electric Group fast viereinhalb Prozent. Für die Papiere des Schiffsbauers China CSSC Holdings ging es um über 2 Prozent bergab, und die Aktien des Baukonzerns China State Construction Engineering sanken um gut 1,5 Prozent.

Während der rohstofflastige australische Leitindex schwächer schloss, schaffte der indische Aktienmarkt ein Kursplus: Er profitierte von Signalen der indischen Notenbank für mögliche Maßnahmen gegen einen weiteren Verfall der Landeswährung.




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