Letztes Update am Do, 10.12.2015 12:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streit zwischen Chailly und Regisseuren überschattete Scala-Premiere



Mailand (APA) - Ein Streit zwischen Stardirigent Riccardo Chailly und dem Regieteam Moshe Leiser und Patrice Caurier hat die Freude von Scala-Intendant Alexander Pereira für den Erfolg der Premiere von Giuseppe Verdis „Giovanna d‘Arco“ getrübt. Nach der Standing Ovation am Ende der Aufführung beschimpfte der belgische Regisseur Leiser den Dirigenten, mit dem es bei den Proben zu Spannungen gekommen war.

Nach Ende der Aufführung am Montag gratulierte Leiser dem Scala-Musikdirektor für den Erfolg. Als Chailly auf seine Worte nicht reagierte, rastete der 59-jährige Regisseur aus und beschimpfte den Dirigenten wild auf Englisch und auf Italienisch. Das Video mit den Beleidigungen wurde von italienischen Online-Medien veröffentlicht. Wegen des Streits habe der empörte Chailly auf das Diner der Künstler nach der Premiere verzichtet, berichteten Medien.

Laut italienischen Medien ist Leisers Ausbruch gegen Chailly das Resultat wochenlanger Spannungen zwischen den beiden. Der Musikdirektor habe sich gegen sexuell explizite Szenen hartnäckig gewehrt, auf die das Regieduo gepocht hatte. „Die Rolle von Regie und Musikdirektor sollte klar sein. Jeder sollte seine Arbeit machen, es dürfte keine Interferenzen geben“, meinte Leiser laut der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“ am Donnerstag.

Der Fall versetzt Pereira in Verlegenheit, der mit dem Duo seit seiner Zeit als Intendant der Oper in Zürich zusammenarbeitet und es stark unterstützt. Nach der Premiere hatte Pereira den beiden Regisseuren herzlich gedankt.




Kommentieren