Letztes Update am Do, 10.12.2015 13:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur des Jahres 2016 steht fest: Biber, Stieglitz und Co 1



Wien (APA) - Alle Jahre wieder werden Lebewesen zu Wasser und zu Lande von Naturschützern und Wissenschaftern zur „Natur des Jahres“ gekürt. Damit wollen sie Bewusstsein für bestimmte Arten und Lebensräume schaffen sowie auf Gefährdungen hinweisen. Für 2016 sind darunter winzige aber zahlreiche Insekten, die Städte erobernde Vögel, ein fast ausgestorbener „ernannter“ Fisch und wirklich schlaue Fische.

Der in Europa einst beinahe ausgerottete Biber ist vom Naturschutzbund zum „Tier des Jahres“ gekürt worden. Er wurde aufgrund seines „fischähnlichen Schwanzes“ auch in der fleischlosen Fastenzeit als titulierter Fisch gegessen und dadurch stark dezimiert. Seine Lebensräume, nämlich Auen und Flusslandschaften, konnte der Nager erst durch Wiederansiedlung und strenge Schutzmaßnahmen wieder erobern. Er ist einer der wenigen Tierarten, die ihre Umwelt mitgestalten. Biber wohnen in Höhlen, die sie in Uferböschungen graben, sind monogam und reine Pflanzenfresser. Im Winter ernähren sie sich von junger Rinde und kleinen Zweigen aus Baumkronen, an die sie kommen, indem sie die Bäume fällen.

Als „Botschafter für Artenvielfalt und Farbe in der heimischen Kulturlandschaft“ ist der Stieglitz von BirdLife Österreich sowie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum „Vogel des Jahres“ gewählt worden. Er brütet in ganz Österreich in den niederen Lagen und vereinzelt bis 1.500 Höhenmeter. Oft sieht man ihn auch in innerstädtischen Gärten und Parks, vor allem dort, wo selten gehegt und gepflegt wird. Unverwechselbar leuchtet seine rote Gesichtsmaske auf dem ansonsten weiß und schwarz gefärbten Kopf. Seinen Namen verdankt er seinem hellen Ruf „stiglit“, den Zweitnamen „Distelfink“ seiner Vorliebe für Disteln und Kletten.

Mit der Wiesen-Schlüsselblume wurde ein Frühlingsbote vom Naturschutzbund zur „Blume des Jahres“ erhoben. Etwa um die Osterzeit schmücken sie zwar zahlreich trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden, doch durch intensive Nutzung von Grünland, Düngung, und auch die Umwandlung in Ackerland wird sie an vielen Orten seltener, so der Naturschutzbund. Mit der Wahl wird nun für einen schonenden Umgang mit den Lebensräumen der Schlüsselblume geworben.




Kommentieren