Letztes Update am Do, 10.12.2015 13:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Natur des Jahres 2 - Feuersalamander, Elritze und Teichmuschel



Wien (APA) - Der hierzulande auch Regen- oder Erdmandl und Gelber Schneider genannte Feuersalamander wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie zum „Lurch des Jahres“ gekürt. Die Rückenzeichnung ist bei jedem Tier individuell, wie der Fingerabdruck bei Menschen. Seinen Feinden wie Füchsen, Hunden und Katzen signalisiert der Lurch damit: „Ich bin giftig.“

Wie alle heimischen Amphibien ist der Feuersalamander streng geschützt, und er ist in der nationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Für den Menschen ist ein Kontakt mit dem giftigen Hautsekret harmlos. Sein Name geht auf den Aberglauben zurück, er würde Feuer überleben und sein Gift die Glut löschen.

Kaum fingerlang zählt die Elritze trotz „schlauer“ Überlebenstaktiken als gefährdet: Wird ein Artgenosse verletzt, so meiden sie den „Tatort“ tagelang. Können sie nicht fliehen, so lassen sich die Elritzen bewegungslos zum Grund absinken. Als „Fisch des Jahres“ sollen sie nun als Botschafter für die bedrohte Artenvielfalt dienen, so das Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz. Elritzen, hierzulande auch Pfrillen genannt, schwimmen immer im Schwarm, sie erkennen einander am Geruch und können so einzelne Individuen auseinanderhalten. Die Ursachen für den drastischen Rückgang sind Gewässerverbauung, Kraftwerke, Zerstörung von Nebenarmen und Seichtwasserzonen und der Schutz fischfressender Tiere.

Vier Millimeter winzig ist der Dunkelbraune Kugelspringer. Er frisst Algen, die er von Rinden lebender Bäume und Baumstümpfen nagt. Als „Urinsekt“ ist er flügellos, hat sechs Beine und einen Panzer aus Chitin. Wenn er gestört wird, schnellt er eine „Gabel“ am Körperende nach hinten und katapultiert sich damit aus der Gefahrenzone. Die Ehre, „Insekts des Jahres“ zu sein, verdankt er dem Naturschutzbund und der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft.

Die auf dem ganzen Kontinent lebende Konusspinne haben Arachnologen aus 26 europäischen Ländern zur „Spinne des Jahres“ gemacht. Sie lebt in Nadelwäldern, an Waldwegen und Trockenrasen. In die Mitte ihres sehr regelmäßigen, engmaschigen Radnetzes baut sie ein dicht gesponnenes senkrechtes Band ein, auf dem sie sitzt. Die Körperlänge beträgt bei Weibchen sechs bis acht Millimeter, Männchen sind deutlich kleiner. Ihren Namen verdankt sie einem durch einen Höcker konisch geformten Hinterleib.

Gleich für zwei Jahre darf die Große Teichmuschel den Titel „Weichtier des Jahres“ tragen. Die bis 26 Zentimeter große Süßwassermuscheln leben in stillen Gewässern, wo sie durch ihre fleißige Filtertätigkeit mit den Kiemen eine große Bedeutung für den Gewässerhaushalt haben. Außen sind sie schwärzlich braun, grün oder gelb, innen haben sie eine schimmernde Perlmuttschicht. In Österreich gilt die Große Teichmuschel auf der Roten Liste bedrohter Tierarten als „stark gefährdet“, so der Naturschutzbund und die Malakologen (Weichtierforschern) der Universität Salzburg, die sie nicht zuletzt deswegen für 2016 und 2017 mit dem Titel kürten.

Schließlich wurde die Heideflechte zur „Flechte des Jahres“, das Mittlere Torfmoos zum „Moos des Jahres“ und der Safrangelbe Weichporling zum „Pilz des Jahres“ ernannt. Noch ausständig ist die Kür des „Baum des Jahres“ durch das Kuratorium Wald und das Landwirtschaftsministerium.

(SERVICE - Internet: http://naturschutzbund.at/natur-des-jahres.html)




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