Letztes Update am Do, 10.12.2015 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britische Notenbank hält an Niedrigzins fest



London (APA/Reuters) - Trotz der nahenden Zinswende in den USA bleibt in Großbritannien geldpolitisch alles beim Alten. Die Bank of England (BoE) entschied heute, Donnerstag, den rekordniedrigen Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld bei 0,5 Prozent zu belassen. Auch das Anleihen-Kaufprogramm im Volumen von 375 Mrd. Pfund (342,75 Mrd. Euro) wird nicht angetastet.

Wie aus den Sitzungsprotokollen hervorgeht, sprach sich nur einer der neun Währungshüter für eine Erhöhung der Zinsen aus. Beobachter hatten mit diesem Abstimmungsergebnis gerechnet. Obwohl die Wirtschaft in Großbritannien ähnlich wie in den USA rund läuft, erwarten viele Fachleute eine geldpolitische Straffung auf der Insel erst im zweiten Quartal 2016. In den USA haben die Währungshüter die Märkte hingegen für Mitte nächster Woche auf die Abkehr von der Null-Zinspolitik eingestimmt.

Wie aus den Protokollen der BoE hervorgeht, wollen sich die Londoner Währungshüter nicht an der Fed orientieren: Es gebe keine „mechanische Verbindung“ zwischen dem eigenen Vorgehen und der Strategie anderer Zentralbanken, heißt es darin. In Großbritannien zögert die BoE aber insbesondere wegen der unerwünscht niedrigen Inflation eine Erhöhung noch hinaus. Im Oktober fielen die Preise sogar leicht. Die BoE strebt allerdings eine Jahresteuerung von zwei Prozent an, die sie als ideal für die Konjunktur erachtet. Dieses Ziel dürfte nach ihrer Prognose jedoch erst in rund zwei Jahren erreicht sein.




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