Letztes Update am Do, 10.12.2015 13:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VW-Skandal - Verbraucherschützer: VW muss Folgeschäden übernehmen



Wolfsburg/Berlin (APA/AFP) - Fast drei Monate nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei Volkswagen fordert der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) endlich „proaktive und transparente Informationen“ für die betroffenen Kunden. Die Konsumenten erwarteten, „dass VW endlich aufklärt, wie der Rückruf abgewickelt wird und wie der Konzern weitere Ansprüche der Verbraucher entschädigen wird“, so vzbv-Chef Klaus Müller.

Er hatte sich am Mittwoch mit dem VW-Cheflobbyisten Thomas Steg getroffen. Müller bekräftigte, er erwarte von VW die klare Zusicherung, dass der Konzern alle Folgeschäden übernimmt. „Insbesondere ein möglicher Wertverlust des Autos oder auch ein Mehrverbrauch nach Umrüstung darf nicht zu Lasten der Verbraucher gehen“, erklärte Müller am Donnerstag.

Der Volkswagen-Konzern hatte Mitte September zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulations-Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben. Dieser Verdacht bestätigte sich allerdings nach neuen Angaben des Konzerns vom Mittwoch größtenteils nicht.

„Dass weniger Autos von falschen CO2-Angaben betroffen sind als ursprünglich angenommen, bedeutet nicht, dass der Skandal beendet ist“, betonte Müller am Donnerstag. Verbraucher könnten sich offenkundig nicht auf Angaben der Hersteller verlassen. Die Bundesregierung müsse hier handeln: Klarheit und Wahrheit müssten auch im Autobereich gelten.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA341 2015-12-10/13:40




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