Letztes Update am Do, 10.12.2015 14:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump will nun erst als US-Präsident nach Israel reisen



Washington (APA/AFP) - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat am Donnerstag seine Israel-Reise abgesagt. Auf dem Internetdienst Twitter kündigte er an, er werde den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu „später besuchen, wenn ich Präsident der USA bin“.

Am Vortag war bekannt geworden, dass der in Umfragen bei den Republikanern führende Seiteneinsteiger für den 28. Dezember mit Netanyahu in Jerusalem verabredet war. Wegen der am Montag von Trump erhobenen Forderung, allen Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern, waren in Israel sofort starke Proteste laut geworden.

Netanyahu erklärte am Mittwochabend, er weise diese Äußerungen Trumps zurück, weil „Israel alle Religionen respektiert“. Er halte aber an seiner Haltung fest, die Präsidentschaftsbewerber aller US-Parteien zu empfangen, die ihn besuchen wollten, hieß es in einer Mitteilung seines Büros.

Mehr als eine Million der acht Millionen israelischen Bürger sind Muslime, die der arabischen Minderheit im Land angehören. Noch am Mittwoch unterschrieben 37 der 120 Abgeordneten des israelischen Parlaments einen Appell an Netanyahu, das Treffen abzusagen; darunter waren auch zwei Knesset-Mitglieder des Regierungslagers. Trumps Äußerungen hatten weltweit empörte Reaktionen ausgelöst.

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