Letztes Update am Do, 10.12.2015 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südkoreas Polizei nahm Gewerkschaftsführer fest



Seoul (APA/dpa) - Die Polizei in Südkorea hat den Chef des zweitgrößten Gewerkschaftsdachverbandes wegen des Vorwurfs festgenommen, gewalttätige Demonstrationen gegen die Regierung angestiftet zu haben. Han Sang Gyun verließ am Donnerstag zusammen mit einem buddhistischen Mönch ein Tempelgelände in Seoul und stellte sich der Polizei, wie südkoreanische Sender berichteten.

Auf dem Tempel des Jogye-Ordens hatte der Führer des Verbands KCTU fast einen Monat zuvor Zuflucht gefunden. Am Freitag soll den Berichten zufolge ein Haftbefehl gegen Han beantragt werden.

Tausende Bereitschaftspolizisten hatten den Tempel in den vergangenen Tagen umstellt. Die Polizei hatte gedroht, Han gewaltsam aus seinem Zufluchtsort zu holen. Er soll für mehrere Zusammenstöße mit der Polizei zur Verantwortung gezogen werden.

Am 15. November wurden bei solchen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt mehr als 30 Menschen verletzt. Zehntausende Menschen hatten gegen Jugendarbeitslosigkeit und die Arbeitsmarktpolitik der Regierung protestiert und den Rücktritt der Präsidentin Park Geun Hye gefordert. Die KCTU kündigte für die nächste Woche einen Streik an. Der Verband hat nach eigenen Angaben mehr als 677.000 Mitglieder.




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