Letztes Update am Do, 10.12.2015 14:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Holding-Chef Kircher: „Kein Generalintendant, sondern Konzernchef“



Wien (APA) - Für Thomas Königstorfer, den kaufmännischen Leiter des Burgtheaters, ist die Bestellung von Christian Kircher zum Geschäftsführer der Bundestheater-Holding „eine gute Entscheidung. Kein Generalintendant, sondern ein Konzernchef. Wir freuen uns auf einen ausgewiesen besucherorientierten und versierten Partner“, hieß es in einer der APA übermittelten Reaktion.

Seitens der Volksoper, gemeinsam mit Staatsoper und Burgtheater Gesellschafter der Holding, verschickten Direktor Robert Meyer und der kaufmännische Geschäftsführer Christoph Ladstätter ein kurzes gemeinsames Schreiben: „Wir gratulieren Herrn Mag. Christian Kircher zur Bestellung zum Geschäftsführer der Bundestheater-Holding und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit“, hieß es. Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper, habe Kircher bisher noch nicht persönlich gekannt, „er hat mich aber gleich heute angerufen“, heißt es in einem Statement gegenüber der APA. „Eine konstruktive Kooperation mit den Häusern ist ihm wichtig, er ist nicht nur ein erfolgreicher Manager, sondern auch sehr theaterinteressiert und musikversiert. Das sind gute Voraussetzungen für die nicht einfache Aufgabe als Holding-Geschäftsführer. Ich wünsche ihm alles Gute und freue mich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.“

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ reagierte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) auf die Bestellung. „Zwar verliert das Wien Museum damit seinen langjährigen und erfahrenen Finanzdirektor, dafür aber gewinnt die Theater- und Musikwelt einen kunstsinnigen Kulturmanager mit ausgeprägter Wirtschaftskompetenz“, so Mailath-Pokorny. Kircher habe das Wien Museum auch in bewegten Zeiten sicher gesteuert und als Mitglied der international besetzten Jury für den Architekturwettbewerb die Weichen für den Neubau am Karlsplatz gestellt. „Christian Kircher war ein verlässlicher Kopilot in einer der wichtigsten Kultureinrichtungen Wiens. Ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe alles Gute und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im Dienste der Kultur!“

Kircher „nach Kräften dabei unterstützen, die Bundestheater wieder zurück auf Kurs zu bringen“, will NEOS-Kultursprecher Niko Alm. Das neue Bundestheaterorganisationsgesetz habe „diese Aufgabe nicht einfacher gemacht“, üben die NEOS erneut Kritik an der Novelle. Die Verantwortung für die wichtigsten kaufmännischen Entscheidungen (Bestellung der kaufmännischen Geschäftsführer der Bühnengesellschaften sowie Budgetaufteilung) liegen nun bei Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), während dieser gleichzeitig in parlamentarischen Anfragen den Holding-Chef verantwortlich für die Lage der Bundestheater erkläre. „Die Holding hat weiterhin eine politische Puffer-Funktion, soll ministerielle Verantwortung für die Bundestheater an die Holding delegieren und gleichzeitig direkten Einfluss des Ministeriums sichern. In diesem paradoxen Spannungsfeld bleibt die Holding-Geschäftsführung also auch weiterhin ein politischer Balanceakt für den Holding-Chef“, so Alm.

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„Überaus erfreut“ zeigte sich der Kultursprecher der Grünen, Martin Margulies, über die Bestellung. Er habe das Wien Museum in all den Jahren als Finanzdirektor „versiert geführt und war an den wichtigen Entscheidungen wie dem Neubau am Karlsplatz maßgeblich beteiligt und hat diese in die richtigen Bahnen gelenkt“.




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