Letztes Update am Do, 10.12.2015 15:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sports Direct wegen fragwürdiger Arbeitsbedingungen unter Beschuss



Wien/Wels (APA) - Der britische Eybl-Eigentümer Sports Direct ist in Großbritannien weiter wegen seiner umstrittenen Null-Stunden-Verträge („zero hours“ contracts) sowie fragwürdiger Arbeitsbedingungen unter Beschuss. Lagerarbeiter würden nach jeder Schicht untersucht und müssten sogar die Hosenbeine aufrollen und einen Teil ihrer Unterwäsche zeigen, berichtet der englische „Guardian“ am Donnerstag.

Die Leibesvisitationen dauerten im Schnitt in der Woche über eine Stunde und seien unbezahlt. Auf der anderen Seite streiche die Firma den Mitarbeitern Geld, wenn sie sich nur eine Minute zu spät einstempeln, so die Zeitung weiter.

Die Generalsekretärin der britischen Gewerkschaft („Trades Union Congress“), Frances O‘Grady, sagte laut BBC, dass alle Arbeitnehmer zumindest den Mindestlohn für jede Minute erhalten sollten, in der sie verpflichtet seien, am Firmengelände zu sein. Sollten die Vorwürfe gegen Sports Direct stimmen, müsse die Regierung sicherstellen, dass alle Mitarbeiter den ihnen zustehenden Lohn bekämen.

Sports Direct hielt heute fest, dass die Wartezeit während der Durchsuchungen reduziert worden sei. Man habe die Prozesse nach einer Überprüfung gestrafft, was zu einer Verringerung der Wartezeit geführt habe.

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Einen Großteil seiner britischen Beschäftigten beschäftigt Sports Direct nach „zero hours“-Verträgen. Dabei arbeiten die Beschäftigen nur dann, wenn sie vom Arbeitgeber gebraucht werden - stehen also auf Abruf bereit. „Gelegenheitsarbeiter sind ebenfalls ein fester Bestandteil unseres Personals“, so das Unternehmen im heute veröffentlichten Halbjahresbericht. Lagerarbeiter hätten keine Null-Stunden-Verträge, sondern Verträge mit den Arbeitsvermittlern, betonte Sports Direct. Beschäftigte im Handel wiederum fänden die angebotene Flexibilität sehr praktisch. Man halte sich an alle gesetzlichen Anforderungen und werde diese auch weiterhin im Auge behalten, hieß es.

~ WEB http://www.eybl.at ~ APA406 2015-12-10/14:59




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