Letztes Update am Do, 10.12.2015 15:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Biathlon: Hauser auf dem richtigen Weg - Medaillen als Fernziel



Hochfilzen (APA) - Biathletin Lisa Hauser ist nach nur einer vollen Weltcupsaison in der erweiterten Weltspitze angekommen. Die 21-jährige Tirolerin schaffte beim Auftakt in Schweden mit den Rängen acht und elf ihre bisher besten Ergebnisse. Vor dem Heimweltcup in Hochfilzen bremste sie jedoch eine Verkühlung, weshalb sie sich zurückhaltend gibt. Auf lange Sicht ist Hauser aber wohl die größte ÖSV-Damen-Hoffnung.

„Ich habe mich gut ausruhen können. Ich glaube, ich bin wieder bei vollen Kräften“, meinte Hauser nach ihrem ersten Hochfilzen-Training bei Sonnenschein am Donnerstag. Jenes bei Regen am Vortag hatte sie nach vorangegangenen Halsschmerzen noch auslassen müssen. „Die Vorbereitung war sicher nicht ideal. Die Form hätte gepasst, schade, dass etwas dazwischen gekommen ist“, sagte Hauser im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Die mehrfache Junioren-WM-Medaillengewinnerin aus Reith bei Kitzbühel ist aber dennoch zuversichtlich. „Ich glaube, dass es trotzdem recht gut laufen wird.“ Wegen der Erkrankung sei sie aber nicht sicher, ob sie wieder so stark wie vor einer Woche abschneiden kann. „Ich fühle mich relativ gut, ich freue mich auf die Wettkämpfe. Natürlich muss ich gut schießen, weil ich nicht genau weiß, wie ich läuferisch drauf bin.“

Aufgrund ihres noch jungen Alters glaubt sie aber ohnehin nicht, bereits ständig im Spitzenfeld landen zu können. „Man kann nicht davon ausgehen, dass die ganze Saison so läuft. Als junge Athletin sollte man sich ein paar Rennen heraussuchen, wo man eine gute Phase hat. Die ganze Saison, bei jedem Rennen vorne dabei zu sein, da hat man noch nicht die Kraft und die Härte.“

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Unabhängig vom Verlauf des Wochenendes habe sie aber jedenfalls das Gefühl, dass es auch hinsichtlich der Heim-WM 2017 in die gewünschte Richtung geht. „Ich glaube, wir haben einen guten Weg eingeschlagen. Wir haben super gearbeitet, wenn wir so weitermachen sind wir auf dem richtigen Weg“, betonte Hauser. Natürlich sei das Ziel, irgendwann einmal auch ganz oben zu stehen, aber frühzeitig unter Druck setzen wolle sie sich nicht.

Läuft ihre Entwicklung so erfreulich weiter, wird sie künftig aber ohnehin regelmäßig im Spitzenfeld zu finden sein. „Zur erweiterten Weltspitze gehört sie sicher schon dazu. Sie ist ja noch jung und hat noch einige Jahre vor sich“, meinte ÖSV-Damen-Trainerin Sandra Flunger über die vielversprechenden Aussichten der guten Schützin. Schließlich entwickle sich Hauser auch in der Loipe kontinuierlich weiter. „Das Grundniveau ist besser, ich denke schon, dass sie sich im Laufe der Saison noch steigern wird, das war auch schon letztes Jahr so. Talent hat sie auf jeden Fall, auch in der Spur“, meinte Flunger über die WM-14. im Massenstart.

Dass Hauser bis zur Heim-WM im Februar 2017 sogar schon in den Kreis der Medaillenanwärterinnen vorstoßen kann, wagt sie nicht zu prognostizieren. Das könne man wohl erst nach dem aktuellen Winter beurteilen. Aktuell sei das aber noch nicht der Fall. Spitzenergebnisse seien freilich jederzeit möglich, bekräftigte die Trainerin. Für einen Podestplatz müsse derzeit aber „wirklich alles perfekt zusammenpassen und die Gegner mitspielen“, so Flunger, deren Gruppe auch Simon Eder angehört.

Vom Schnellschützen hat sich Hauser nicht nur am Schießstand, sondern auch im Langlauf vor allem technische Elemente abschauen können. „Im Schießen geht es darum, die Konstanz beizubehalten und an der Schnelligkeit zu arbeiten. In der Schießgeschwindigkeit hat sie im Vergleich zur Vorsaison einen Riesensprung gemacht“, erklärte Flunger.

Die Betreuerin merkte auch noch an, dass Hausers beim Saisonauftakt abgeschlagene Teamkolleginnen ebenfalls viel Potenzial haben. „Das sind alles noch junge Leute. Das hatten wir bis vor einigen Jahren noch nie, dass wir im Nachwuchsbereich so viele Erfolge hatten, jetzt geht es darum, den Anschluss zu schaffen.“




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